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Kurznachrichten September 2005




Im Jahr 1993 holte sich eine Dame einen bildhübschen Beagle-Mix aus dem Tierheim Siegen, der damals 2 Jahre alt war. Nun erhielten wir eine E-Mail der Frau, dass „Tommy“ - inzwischen 14-jährig - bedingt durch berufliche Veränderungen in der Familie jetzt manchmal 3 Stunden alleine bleiben müsste und dies schwer verkrafte. Aus dem Grund - er sei inzwischen auch fast taub, dadurch stark verunsichert, würde wegen Alterssteifheit auch teilweise humpeln und habe sich von seiner schlimmen Vergangenheit nie richtig erholt – wollte sie das Tier ins Tierheim zurückgeben, vielleicht kämen ja mal Menschen, die einem alten Hund noch eine Chance gäben.

 

Wir antworteten, sie möge doch das alte Tier bitte nicht aus seiner Familie und vertrauten Umgebung reißen, 3 Stunden kann schließlich jeder Hund, der daran gewöhnt ist, problemlos alleine bleiben – was bliebe dem Hund denn als Alternative im Tierheim? Zudem haben es alte Tiere unglaublich schwer und kaum Chancen noch ein Zuhause zu finden, wir haben 10-jährige Hunde teilweise schon 2 Jahre lang im Tierheim sitzen! Unsere Bitte war leider vergebens, denn 2 Tage später stand die Besitzerin mit völlig unbewegter Mine im Tierheim um Tommy abzugeben. Sie bückte sich nicht einmal um ihn zum Abschied nach 12 gemeinsam verbrachten Jahren zu streicheln und als unser Mitarbeiter nach Problemen oder Vorlieben des Hundes fragte, bekam er zur Antwort: „Das brauchen Sie gar nicht aufzuschreiben, den nimmt doch sowieso keiner mehr! Ich weiß, dass der Hund im Prinzip nur zum Sterben hierher kommt!“

 

Wir stellten Tommy dem Tierarzt vor, der feststellte, dass bei dem Hund - natürlich altersbedingt gesehen – medizinisch alles in bester Ordnung ist. Aber der alte Hund saß in seiner Box und jammerte stundenlang leise vor sich hin. Er verstand die Welt nicht mehr! Auch am nächsten Tag hatte das Tier sich in keine Weise beruhigt und da die Tierheimleiterin das Leiden und den Schmerz des an allen Gliedern zitternden Hundes, der unentwegt die Ausgangstür im Auge behielt, in der Hoffnung wieder abgeholt zu werden, nicht mehr ertragen konnte, unternahm sie um des Tieres Willen noch einen letzten Versuch und rief die ehemalige Besitzerin an. „Ist es denn nicht möglich, dass Sie den Hund behalten? Es gibt doch eigentlich gar keinen wirklichen Abgabegrund, sie sollten Tommy sehen – er sitzt da, zittert, jammert vor sich hin und schaut unentwegt zur Tür, ob Sie ihn holen kommen!“ Die Antwort lautete, in einem Satz zusammengefasst: „Nein, ich bin Pfarrerin und brauche meine Nerven für andere Dinge…“

 

 

Ein ganz normaler Freitag-Nachmittag… Sie, liebe Tierfreunde, wissen inzwischen: Unser „Brennpunkt“ ist zurzeit das Katzenhaus. Es platzt aus allen Nähten und ist gnadenlos überfüllt. Da fragt man sich täglich ob wir wohl heute einen oder zwei unserer Stubentiger vermitteln können, um die Lage etwas entzerren! Freitag 08.09., 15.00 Uhr das Tierheim öffnet seine Pforten. Vor dem Tor stehen sehr sympathisch aussehende Leute mit einer – o Wunder – leeren Katzenbox in der Hand. Sollte eine unserer Samtpfoten heute Glück haben und ein Zuhause finden? Nach dem: „Können wir helfen?“ beginnt das übliche Gespräch “Was suchen Sie konkret, gibt es für den zukünftigen Hausgenossen die Möglichkeit zum Freigang nach draußen usw.“ Die wirklich sehr netten Katzenfreunde entscheiden sich nach einiger Zeit und diversen Streichelversuchen für ein sanftes, liebes Katzenmädchen, das nun in die Box gepackt wird und bei ihnen einziehen darf. Ein Stubentiger weniger…

 

Der nächste Besucher ist ein Herr, der mit zwei vollen Transportboxen das Katzenhaus betritt. Er will 2 Tiere abgeben und reagiert ausgesprochen sauer, als er hört, dass wir völlig überfüllt sind. Also wieder mitnehmen wird er die beiden Kater auf keinen Fall, er kann sie ja auch einfach an der nächsten Ecke aussetzen, wenn uns das lieber wäre! Unsere „Katzenfrau“ schluckt und nimmt letztlich die Tiere auf. Was bleibt ihr übrig, wenn solche Erpressungen ganz offen ausgesprochen werden?

 

Zwischenstand: 1 Katze vermittelt, 2 Neue aufgenommen...

 

Schon wieder Besucher mit 2 vollen Boxen. Drinnen sind 5 kleine Tigerkätzchen – Findlinge. Diese werden in der Quarantäne einquartiert, aber nun geht auch dort nichts mehr! ÄÄÄ Zwischenstand: 1 Katze vermittelt, 7 neue aufgenommen…

 

Die Finder haben das Katzenhaus noch nicht verlassen, da stehen schon die nächsten Leute mit voller Transportbox da: „Diese beiden Katzen haben wir vor der Tür gefunden!“ Lieber Gott, wohin bloß noch mit denen?

 

Zwischenstand: 1 Katze vermittelt, 9 neue aufgenommen…

 

Weitere Besucher kommen und gehen, fragen nach bestimmten Katzen, wollen noch mal in Ruhe überlegen, ist ja auch völlig in Ordnung.

 

Da, wieder eine Dame mit einer vollen Katzenbox. Aber die war doch neulich schon mal da und holte zwei kleine Kätzchen?! War sie auch und bringt die beiden nun zurück, da nicht stubenrein. Wenigstens sind die beiden von uns vor Abgabe gut durchgeimpft worden, so können sie in eine Stube zu anderen dazugesetzt werden.


Zwischenstand: 1 Katze vermittelt, 11 neue aufgenommen…

 

Am Spätnachmittag kommen sozusagen als Trostpflaster dann noch liebe Katzenfreunde, die nach eingehender Beratung mit einem entzückenden, verschmusten kleinen Kater nach Hause gehen.

 

Endstand: 2 Katzen vermittelt, 11 neue aufgenommen.

 

Aber alles in allem war es nur ein ganz normaler Freitagnachmittag, nur dass die Hoffnung, die Lage im Katzenhaus möge sich etwas entzerren, sich leider nicht erfüllte.

 

 

 

 

Im Tierheim könnte Münchhausen manchmal noch etwas lernen… Am 1. Sonntag im September – es ist gerade 14.00 Uhr – stehen 2 Damen und ein Herr mit einem Pappkarton vor dem Tierheimtor und begehren Einlass. „Lieber Gott, nicht schon wieder Katzenbabys(!)“ denken wir, doch die Bitte bleibt leider ungehört. Im Karton sind drei kleine Tigerkätzchen, die gerade Mal die Augen offen haben und vielleicht 1 – 3 Wochen alt sind. Der Herr beginnt mit der Erzählung einer umständlichen und verwirrenden Geschichte. Ja, also die Tigerchen hat er in der Garage gefunden, er hat selbst zwei weibliche unkastrierte Katzen und füttert auch noch eine dritte, halbwilde getigerte Katze, ebenfalls unkastriert, aber von keiner dieser Katzen seien die Babys, völlig unmöglich! Aller er kurz davor ist, zuzugeben, dass es die Kinder der eigenen Katze sind, fällt ihm seine Frau in Wort: „Nun laß mich mal reden, ich kann das besser!“ In der Garage waren die Kleinen auch nicht eigentlich, eher in der Waschküche!

 

Ja, wie kamen sie denn dahin? Keine Ahnung, zwar übernachtet dort regelmäßig die halbwilde Getigerte, da das Fenster immer offen steht, aber von der sind die Kätzchen auf keinen Fall! Außerdem lagen sie ja auch in diesem Pappkarton. Stand der Karton denn in der Waschküche? Nein, nein, es muß eher so gewesen sein, dass irgendein Mensch mit dem Karton durchs Fenster in die Waschküche geklettert ist und die Babys dort abgestellt hat, so was soll es ja geben! Äußerst mysteriös, in der Tat, aber so war es! Nun mischte sich wieder die Frau ein: Wir brauchten von den Dreien ja auch nur Zwei zu nehmen, denn vorm Tor hätten sie eben Leite kennen gelernt, denen sie eines der Winzlinge verkaufen wollten, weil diese die Kätzchen soo süß fänden, wir sollten doch nur schnell mal gucken, welches Katze oder Kater sei….

 

Zwar hätten die jungen Leute noch nie eine Katze gehabt, aber das würde schon klappen! Das energische Eingreifen der Tierheimleitung beendet die Diskussion. „Wenn es nicht Ihre Katzen sind, sondern Findlinge, wie Sie ja selbst sagen, haben Sie kein Recht ein Tier zu verkaufen!“ Der Herr kratzt sich hinterm Ohr und der Ärger ums entgangene Geschäft ist ihm deutlich im Gesicht abzulesen, aber wenn er sich nicht selbst als Märchenerzähler hinstellen will, muß er nachgeben.

 

 

Brummend überlässt er uns schließlich alle 3 Babys und unserer dringenden Bitte, seine Katzen doch kastrieren zu lassen, beantwortet er nur mit einem Achselzucken. Und so zieht der Herr mit seinen beiden Damen von dannen und wir haben Katze Nr. 84, 85 und 86, stellen Welpenaufzuchtsmilch bereit, rufen die letzte noch freie Pflegestelle an, damit die Winzlinge dort von erfahrenen Katzenfreunden gepäppelt werden können und wissen letztlich nicht, ob wir über die Geschichte lachen oder besser weinen sollen.



 

Kinder mit einem Herz für Tiere... Den Tierheimtieren helfen wollten vier Kinder aus Weitefeld. Durch den Verkauf von Getränken, Spielzeug sowie einigen selbst gebastelten Dingen brachten sie die Summe von 40,00 € zusammen, die sie freudestrahlend im Tierheim abgaben.

 

Wir freuen uns sehr über das Engagement und den Einsatz und sagen ganz herzlich „Danke!“ im Namen unserer Tiere.

 


 

Jetzt wird’s stachelig! Eine wahre Flut von Igelkindern – insgesamt …. Bescherte uns der Monat September. Die kleinsten brachten gerade mal 25 Gramm auf die Waage und überlebten nur mit Hilfe von Aufzuchtsmilch und alle 2 Stunden sowie Wärmflasche und Rotlichtlampe, andere dagegen wiegen schon stolze 150 Gramm! Immer wieder erklärten wir Anrufern am Telefon: „Nicht jedes Igelkind, das man findet, muß gerettet werden! Ganz häufig genügt es völlig, entsprechendes Futter hinzustellen – da stehen wir natürlich gerne mit Ratschlägen und Tipps zur Verfügung aber wenn die kleinen Stachelträger nicht verletzt oder unterernährt und ohne Mama sind, reicht die Hilfe in Form von einem zusätzlichen Nahrungsangebot sowie einer igelfreundlichen Umgebung völlig aus.

 

Sie stehen ja unter Naturschutz und dürfen keinesfalls grundlos ihrer Umgebung entnommen werden, wie es in einem uns bekannten Fall geschah, weil Kinder gerne mit den putzigen Kerlchen spielen wollten. Wie kaum eine andere Tierart ist der Igel inzwischen durch den Straßenverkehr sowie Umweltgifte stark gefährdet. Um so gut wie möglich helfen zu können, trafen sich einige Igelfreunde im September bei uns im Tierheim, um Erfahrzungen auszutauschen und weitere Pflegestellen für eine Überwinterung von untergewichtigen Tieren zu organisieren. Wir stellten fest, Momentan sind wir noch eine zahlenmäßig viel zu kleine Truppe und haben einfach zu wenige Pflegestellen, daher unsere an alle Igelfreunde: Kommen Sie zu unserer nächsten Zusammenkunft am 19.10.2005 um 18.00 Uhr ins Tierheim, damit wir mehr und besser helfen können! Auch wenn jemand nur einen einzigen Platz anbieten kann. Viele wenige machen ein Viel und mit Sicherheit verfallen auch Sie dem Zauber der kleinen Sympathieträger und werden zum totalen Igelfan!

 

 

 

Die Rücksack-Katze... Eine Dame rief im Tierheim an und meldet, sie habe eine Katze gefunden. Auf die Frage nach dem Fundort erklärte sie, bei einem Waldspaziergang am Tag zuvor habe sie im Gras einen Rucksack liegen sehen. Diesen habe sie geöffnet und da sei doch wahrhaftig eine Katze drin gewesen! Auch Kot oder Urin des Tieres? Nein, nein, nur die Katze, die habe sie dann natürlich mitgenommen. Bringen könne sie den Findling aber leider nicht, da sie keinen Pkw habe, außerdem hocke das Tier völlig verstört unterm Schrank und ließe sich nicht hervorlocken, wir sollten kommen und es abholen.

 

Als die Mitarbeiter ankamen, hielt die Anruferin einen hübschen schnurrenden schwarz-weissen Stubentiger auf dem Arm und siehe da, es gab in der Wohnung noch zwei weitere Katzen, die eine fast identische Fellzeichnung aufwiesen und auch offensichtlich gleichen Alters waren – eindeutig Wurfgeschwister. Die Dame beteuerte jedoch aufs Neue, dass sie diese Katze wahrhaftig gefunden habe und zeigte als Beweis auf einen verstaubten Rucksack, der ganz oben – ohne Leiter unerreichbar – auf einem Schrank thronte.


 

 

Ach ja, es gibt schon viele unerklärliche Dinge im Leben, und ob die Dame sich am Ende köstlich amüsiert hat über die Deppen vom Tierheim, die ihre Katze - angeblich als Findling - sogar kostenlos abgeholt haben, da ihr 3 Tiere zuviel waren, wird wohl immer ihr Geheimnis bleiben….


 

An einem Nachmittag öffnet sich hier die Türe und ein Pärchen mit einem wunderschönen Dalmatiner kommt herein. „Der ist uns zugelaufen und wir haben bereits zwei Hunde und wir können ihn nicht auch noch behalten“ Der junge Mann meinte, dass der Hund „Tuffi“ heißt, denn er hätte ein Schildchen am Halsband gehabt. Das kam uns schon etwas merkwürdig vor. Wer schreibt den Namen des Hundes auf, aber keine Telefonnummer? Eigentlich nur jemand, der diesen Hund loswerden will. Dann sagte er noch, dass er ihn zwei Tage bei sich hatte.

 

Er kam wohl nicht auf die Idee, dass der Hund vielleicht von seinen Besitzern gesucht würde? Darauf entgegneten wir ihm, er hätte doch wenigstens hier im Tierheim Bescheid sagen sollen, damit wir, wenn der Besitzer den Hund sucht und hier nachfragt, den Hund wieder in sein Zuhause geben können. Aber auf diese Idee sind die beiden nicht gekommen. Die junge Frau, die mit hier war, verhielt sich sehr passiv und sagte auch nichts. Naja, wir nahmen den Hund auf, die beiden kauften sich noch ein Eis und damit war für sie die Sache wohl erledigt.

 

Einen Tag später stellten wir bei „Tuffi“ fest, dass er keinen Urin absetzen kann und brachten ihn zum Tierarzt. Der stellte fest, dass er eine Blasenentzündung hatte. Er bekam Medikamente! Am übernächsten Morgen war in seiner Stube Blut und ein paar Tröpfchen Urin. Also wieder zum Tierarzt. Nüchtern und ohne etwas zu trinken sollte seine Blase geröntgt werden.

 

In der Zwischenzeit meldete sich ein junger Mann, der sich nach „Tuffi“ erkundigte. Er habe ihn auf der Straße aufgegabelt und zum Tierarzt gebracht, ob es ihm wieder besser geht, da seine Blase ja wohl entzündet sei. Ja wie jetzt. Das war genau die gleiche Geschichte, die uns der Mann erzählt hatte, der „Tuffi“ abgegeben hatte. Die Leute wollten mal vorbeikommen.

 

Anruf vom Tierarzt: „Tuffis“ Blase sei von Anfang bis zum Ausgang voll mit Harngries und man kann dies nicht mehr operabel entfernen. Das bedeutete, dass wir ihn Einschläfern lassen mussten. Nach dieser schlechten Nachricht waren wir schon alle etwas bedrückt. Nachmittags kamen dann die beiden, die „Tuffi“ tatsächlich gefunden hatten und nach und nach stellte sich heraus, dass die Frau, die bei „Tuffis“ Abgabe dabei war, wohl auch die Besitzerin sein mussten und auch von dem schlechten gesundheitlichen Zustand von „Tuffi“ wusste.

 

Da wollten sie sich wohl die Aufnahmegebühr, den Tierarzt, die Medikamente und zuletzt das Einschläfern von „Tuffi“ sparen. Wir stellen uns hier die Frage, ob „Geiz“ wirklich so geil ist, wie in der Werbung immer beschrieben wird. Vielleicht hätten wir „Tuffi“ noch helfen können, wenn wir früher gewusst hätten, was gesundheitlich mit ihm los war. Und speziell in diesem Fall hätte Ehrlichkeit am längsten gewährt…..

 

 

                                  



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