Keine News in dieser Ansicht.










home > Rund ums TierheimKurznachrichten2005Juli

Kurznachrichten Juli 2005



Katzenbabies im Angebot… Juli- wie jedes Jahr die Zeit der Katzenbabies. Ausgesetzt oder abgegeben- in jedem Fall ungewollt und übrig , einfach zu viel auf der Welt – so landen sie fast täglich bei uns im Tierheim. Auf unsere Bitten, doch wenigstens die Mutterkatze kastrieren zu lassen, ernten wir meist nur ein gelangweiltes :“ja, ja“ oder auch nur ein Schulterzucken. Der wohl härteste Fall ereignete sich am ersten Samstag im Juli. Auf dem Kreuztaler Markt war das Treffen der Marktschreier angesetzt und die Schaulustigen drängten sich in Scharen, als sich ein Mann mit einem Karton unterm Arm durch die Menge schob. Auch er hatte etwas anzupreisen. „Kätzchen, wer will kleine Kätzchen?“ rief er, aber als von den Passanten keine rechte Resonanz kam, packte er kurzerhand seinen Karton, schüttete ihn aus und war blitzschnell verschwunden. Fünf, sechs winzige Katzenbabies purzelten da plötzlich durch die Gegend und ein anwesendes Kind griff sich eins von ihnen und lief damit nach Hause, während die anderen irgendwo zwischen Menschenbeinen und Füßen verschwanden.

 

Da die Familie aber schon zwei Katzen hatte, standen die Eltern am Sonntagmorgen im Tierheim, um den fünf Wochen alten Winzling abzugeben. Sofort wurde eine private Pflegestelle gesucht, die letzte, die noch frei war, denn im Tierheim hat so ein winziges, ungeimpftes Baby schlechte Überlebenschancen. Dieses Katzenkind war also gerettet, was aus den anderen wurde, blieb trotz Nachforschung unbekannt. Das Ende vom Lied: Die „Pflegemama“ brachte es nicht fertig, ihr so liebevoll aufgepäppeltes Katzenkind abzugeben und so wurde es behalten und ist der Liebling der Familie.



 

„Roberto“ Durch einen Anruf der Polizei wurde unser Notdienst nachts um ein Uhr informiert, dass eine schwer verletzte Katze gefunden worden sei. Glücklicherweise erreichten wir die Tierärztin, die sich sofort auf den Weg in die Praxis machte. Der graue Kater sah schlimm aus: Der Kiefer war mehrfach gebrochen, der Gaumen gespalten und das Blut lief aus Maul und Ohren. In einer stundenlangen Operation richtete die Ärztin die schweren Verletzungen und das Tier musste zwecks künstlicher Ernährung einige Tage in der Praxis bleiben. Doch dann begann der Kater wieder zu fressen, und etwas später konnte er ins Tierheim umziehen.

 

 

 

 

Wir tauften den hübschen Grautiger „Roberto“ und beobachteten staunend, wie gut der nette Kerl zurecht kam. Trockenfutter darf er zwar noch nicht, um die Nähte in seinem Maul nicht zu gefährden, aber Nassfutter frisst er gerne und reichlich. Momentan sieht er wohl noch nicht richtig, da er bei seinem Unfall ja einen schweren Schlag gegen den Kopf bekommen hat und dadurch noch Blutergüsse vorhanden sind, aber hell und dunkel sowie Bewegungen scheint er durchaus wahrzunehmen. Jedenfalls orientiert er sich problemlos in seiner Katzenstube und im Freilauf sowie bei der Begegnung mit Artgenossen. Aber selbst wenn der Zustand der Augen so bleiben sollte- er kommt prima zurecht. Anfang August wird noch der Draht aus seinem Mäulchen entfernt, der den Gaumen zusammenhält und dann, ja dann braucht der sanfte, freundliche Kater nur noch jemanden, der ihm in seinem zweiten Leben ein auf seine Bedürfnisse abgestimmtes Zuhause bietet.


 

Welchen Wert hat wohl das Leben eines Hamsters?

Ein Goldhamster kostet nicht viel und ist, weil das Kind ja so bettelt, rasch mal samt Käfig und weiterem Zubehör im Zoogeschäft erstanden. Wenn er dann alt und voller Tumore ist, wäre es ja unsinnig, für ihn noch Tierarztkosten zu bezahlen. Also entsorgt man ihn in einer Pappschachtel einfach am Tierheimtor, denn der Käfig ist ja möglicherweise später noch einmal zu verwenden. Die im Tierheim können ihn dann zum einschläfern zum Tierarzt bringen, für so was sind sie ja schließlich da! So geschehen am frühen Morgen des 22. Juli.

 

 

 

 

„Tulli“, unsere Katzenoma Anruf der Polizei bei unserem Notdienst: “Hallo, in Neunkirchen ist eine wilde Katze angefahren worden, die offensichtlich im Sterben liegt, könnt ihr sie holen?“ Das Mädel vom Bereitschaftsdienst fand an beschriebener Stelle eine alte, klapperdürre Katze vor, die tatsächlich fast am Ende zu sein schien, was sie aber nicht daran hinderte, unser Mädel kräftig in die helfenden Hände zu beißen. Glücklicherweise hatte sie fast keine Zähne mehr, so dass nichts weiter passierte. Das Tier wurde sofort zum Tierarzt gebracht, der einen wohl durch einen Autounfall verursachten Beckenbruch diagnostizierte, außerdem war das Tier völlig ausgetrocknet. Offenbar hatte die kleine schwarz-weiße Katze mit letzter Kraft versucht, sich zum nahen Wasser zu schleppen.

 

Die sofort eingeleitete Behandlung mit Infusionen zeigte einen überraschenden Erfolg, denn am nächsten Tag hatte sich die sterbende Katze wunderbar erholt und begann wieder zu fressen.


 

Nach einigen Tagen mit medikamentöser Behandlung konnten wir das alte Mädchen ins Tierheim holen und siehe da, unsere Katzenoma ist weder wild noch lebensmüde, sondern eine richtig verschmuste Samtpfote. Da hockt sie nun in ihrer Box, denn viel bewegen darf sie sich noch nicht, weil der Beckenbruch erst ausheilen muß und wird von den Pflegern oft besucht und heiß geliebt .An ihrer Box hängt ein Schild: Oma „Tulli“ hat gerne morgens und abends zum Futter ein Schlückchen Katzenmilch! Und wenn sie wieder richtig gesund ist, finden wir bestimmt liebe Katzenfreunde, die bereit sind, dem alten Mädchen noch eine schöne Zeit zu bereiten.

 

 

 

 

„Tiere suchen ein Zuhause“ Am 14.7. hieß es für uns wieder mal: Auf zum WDR zur Aufzeichnung von „Tiere suchen ein Zuhause“, die am 17.7. ausgestrahlt wurde. Anfangs schien der Tag unter einem unglücklichen Stern zu stehen, denn ein Greyhound, der von einem anderen Verein vorgestellt wurde, machte sich selbstständig, raste aus dem Gelände heraus bis nach Köln Innenstadt und von dort in Richtung Autobahn, immer einen Konvoi von Pflegern und Polizei hinter sich. Endlich ließ er sich erschöpft in einem Feld nieder, wo er am nächsten Tag glücklich wieder eingefangen werden konnte. Dadurch verzögerte sich natürlich der Beginn der Aufnahmen, aber um 14 Uhr gings dann doch los. Mitbringen durften wir vier Hunde, zwei Katzen sowie Kleintiere – wir hatten uns da für Pfauentauben und Mäuse entschieden.

 

Mit dem bei ihr üblichen Charme und Einfühlungsvermögen stellte die Moderatorin Claudia Ludwig die Tiere vor und wies die Zuschauer darauf hin, dass das Tierheim Siegen eines der schönsten Tierheime sei, das sie kenne und in jedem Fall einen Besuch wert! So etwas zu hören, tut natürlich gut und spornt an, sich noch mehr anzustrengen. Danke, liebe Claudia Ludwig! Nachdem jetzt knapp zwei Wochen nach der Ausstrahlung vergangen sind, können wir sagen: Die Sendung war für einen Teil unserer tierischen Fernsehstars ein toller Erfolg!

 

Der absolute Hit war die 11jährige Dackeldame „Nicki“, kurzfristig noch als Notfall mitgenommen, die vom 15jährigen Sohn der Besitzerin nach eigener Aussage schwer misshandelt worden war. Er hatte ihr sogar einen Zahn ausgetreten und man fragt sich wirklich, welcher Brutalität so ein Bursche wohl noch fähig ist. Hat da nicht jeder Mensch eigentlich eine Hemmschwelle?

 

„Nicki“ sieht nun aber glücklicherweise ein tollen Zukunft entgegen. Für sie gab es über 40 Anrufe und sie durfte bei einer Familie einziehen, die ihr außer einem weiteren Dackelmädchen ein großes Haus mit 2000 qm eingezäuntem Grundstück bieten kann. Immer einer da, weil Mann Frührentner. Einfach super!!! Auch die weiße „Tuja“ fand eine Familie, die sie aufnahm. Es gibt schon einen kleinen, frechen Terrierrüden im neuen Zuhause, so dass unsere ängstliche, kleine Maus da sicher eine (Hunde) schulter zum anlehnen haben wird.



 

 

Unser netter „Bodo“, das Produkt einer großen Liebe zwischen einem Schäferhund und einem Dackel, der leider schon über ein halbes Jahr im Tierheim saß, hatte ebenfalls Glück. Er fand ein mittelaltes Ehepaar, auch hier immer jemand zuhause, das genau das Passende für unser kleines Krummbein anbot. Im Haus alles ebenerdig, dazu ein eingezäunter Garten und ganz viel Liebe für das neue Familienmitglied.

 

 

Und die „Markisa“, unsere freundliche Glückskatze, wurde gar Berlinerin. Die Vorgeschichte der 6jährigen Katzendame – aufs grausamste von Unbekannten misshandelt, ein Ohr abgeschnitten, durch Messerschnitte verletzt – ließ eine Dame in Berlin nicht mehr zur Ruhe kommen. So kam sie mit ihrer Schwester nach Siegen, um „Markisa“ zu holen und sie bei sich aufzunehmen. Wir freuten uns alle mit dem netten Katzenmädchen, das trotz der schlimmen Erfahrungen mit Menschen so lieb und verschmust geblieben ist und wünschen all „unseren“ nun glücklich vermittelten Fernsehstars viele schöne Jahre im neuen Zuhause. Ja und die, die diesmal leider leer ausgingen, müssen halt weiter warten und hoffen…


Katze krank? Ja, dann bringen wir sie doch einfach ins Tierheim! Freitagabend, 20 Uhr, das Tierheim ist längst geschlossen, stehen zwei junge Leute vorm Tor, um einen Kater abzugeben. Sie hatten das Tier von einer bekannten Familie bekommen, die sich nicht mehr um das Tier kümmern wollte, da es offenbar krank war und ja Tierarztkosten verursachen würde. Als die Tierheimleiterin Kater „Charly“ aus der Box holt, erschrickt sie erst mal: An der Stelle, wo das rechte Auge des Tieres sein sollte, ist ein völlig deformiertes Gebilde, das sich wie eine große glasige Stachelbeere vor der Augenhöhle wölbt, möglicherweise eine schwere, unbehandelte Hornhautentzündung. Beim sofortigen Anruf in die Tierarztpraxis klärt sich, dass die jungen Leute den Kater dort hatten abgeben wollen, dann aber zu uns geschickt worden waren, um das Tier erst mal aufzunehmen, aber die Ärztin hat schon einen O.P. –Termin für den übernächsten Tag für uns ausgeguckt, denn das Auge muß so schnell wie möglich entfernt werden, da die halbe Gesichtshälfte mit entzündet ist.


Du armer Kerl, was musst du für schreckliche Schmerzen haben! Trotzdem stürzt sich „Charly“ heißhungrig und gierig auf das angebotene Futter und beginnt später sogar zu schnurren! Inzwischen hat er die O.P. glücklich überstanden und wir verabreichen täglich Antibiotikum sowie drei mal täglich Salbe, um der Entzündung im Augenbereich Herr zu werden. Der Kater ist nun deutlich auf dem Weg der Besserung und beginnt sich sichtlich zu erholen, und auch mit nur einem Auge kann man bei der richtigen Familie doch durchaus später noch ein tolles Katzenleben führen, oder?

 

Die tierisch gute Kollekte

Eine junge Frau und ein junger Mann entschlossen sich, ihr weiteres Leben gemeinsam zu verbringen und dies durch den Bund der Ehe zu besiegeln. Da beide große Tierfreunde waren und in ihrem bisherigen Dasein immer von Tieren umgeben, wollten sie ihre Mitgeschöpfe an diesem freudigen Ereignis teilnehmen lassen und beschlossen daher, die bei der Trauung gesammelte Kollekte dem Tierheim Siegen zu spenden. Anfangs war der Pastor wohl nicht so begeistert, wollte er das Geld doch lieber bei der Jugendarbeit verwendet sehen, aber das junge Paar setzte sich mit seinem Wunsch durch. So standen beide an einem Nachmittag im Tierheim und überreichten uns den stattlichen Betrag von 146,35 Euro. Wir bedanken uns ganz herzlich und wünschen dem Brautpaar viele schöne, gemeinsame Jahre, immer begleitet von ihren Freunden, den Tieren!


 

 

Braucht ein Hund am Ende gar auch Futter?

Halb verhungert konnte ein Husky-Rüde durch die Kreisveterinärin aus seinem Zuhause befreit werden. Er war zum Skelett abgemagert, denn die bisherige Besitzerin fand es offenbar schöner, ihre Tage im Kreis von Gleichgesinnten zu verbringen, als sich um ihn oder gar um sein Futter zu kümmern. Es ist geradezu rührend, anzusehen, wie das Tier auf regelmäßiges Futter, Zuwendung sowie Spiel im Freilauf reagiert, Dinge, die normalerweise selbstverständlich, ihm aber offensichtlich in seinem bisherigen Leben versagt waren.

 

„Blacky“, wie der freundliche Rüde heißt, ist jedenfalls sichtlich zufrieden mit seinem Umzug ins Tierheim und wenn wir ihn noch ein bisschen augepäppelt haben, hoffen wir, ihn in ein schönes Zuhause vermitteln zu können wo er für die schlimme Zeit entschädigt wird, in der Hunger sein täglicher Begleiter war.

 

                                  



TIERHEIM SIEGEN - HEIDENBERGSTRASSE 91 - 57072 SIEGEN - FON: 02 71 - 31 37 70 - EMAIL: INFO@TIERHEIM-SIEGEN.DE

Impressum  Seitenanfang  Drucken