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Kurznachrichten Juni 2005



An einem glühendheißen Nachmittag im Juni rief eine Tierfreundin an und bat um Hilfe. Auf dem durch eine Rampe zugänglichen Dach des Lebensmittelkonzerns Globus in Weidenau saß eine Entenmama mit 11 kleinen Küken, die sich in größter Gefahr befanden, da Passanten zum wiederholten Male heranschleichende Katzen sowie kreisende Krähen abgewehrt hatten, für die die winzigen Entenkinder eine willkommene Mahlzeit darstellten. Zwei unserer ehrenamtlichen Helfer fuhren sofort los und es gelang ihnen, die kleinen Küken einzufangen, während die völlig verängstigte Mutterente mit weit geöffnetem Schnabel, sichtlich ermattet, ständig über ihnen hin und her flog.

 

Rückruf bei uns im Tierheim: “Wir haben sie, was sollen wir tun?“ Da die Sieg in relativer Nähe vorbei fließt, entschieden wir, die Kleinen dort ans Ufer zu setzen. Durch Geröll, Gebüsch und kratzende Brombeersträucher kämpften sich die Tierschützer ans Ufer hinunter, immer begleitet vom angstvollen Geschnatter des Muttertieres, das sie durch die Luft begleitete. Am Uferrand angekommen, wurden die kleinen Enten sorgfältig auf´s Wasser gesetzt und strebten eifrig der Flussmitte zu. Die Entenmama hatte dies genau beobachtet, landete augenblicklich im Wasser kam ihren Kindern mit weit ausgebreiteten Flügeln entgegen. Unsere Tierschützer hatten Tränen in den Augen, als sie eins nach dem anderen unter ihre schützenden Fittiche nahm und traten zwar leicht lädiert aber mit frohem Herzen den Heimweg an. Denn was bedeuten schon zerkratzte Arme und zerschrammte Knie gegen elf gerettete Entenleben?


Viel Eifer, Engagement und Einsatz sowie ein großes Herz für Tiere zeigten etliche Schülerinnen einer Schule in Finnentrop in der Tannenwalstraße. Elisabeth, Mona, Hannah, Rebecca und Xea, alle aus Feudingen, hatten die Idee, anlässlich eines Schulfestes Süßigkeiten zu verkaufen und den Erlös für die Tiere des Siegener Tierheimes zu spenden. Strahlend überreichten die fünf Mädchen die stolze Summe von 104,43 Euro, die von der Tierheimleiterin mit herzlichem Dank entgegen genommen wurden. Die jungen Tierfreundinnen hatten darüber hinaus noch eigenhändig Hundekekse gebacken, die „Calma“, unsere drei Monate alte Mixhündin, als erste probieren durfte.

 

Zur Freude der Mädchen war sie von den Leckerchen total entzückt und wir geben daher gerne hiermit das Rezept weiter und sagen nochmals im Namen der Tierheimbewohner danke für die tolle Idee und Spende.

 

Zubereitung: Hundekuchen: 200gr. Weizenmehl, 200 gr. Vollkornmehl, 200 gr. Weizenschro,t 200 ml Hühner- oder Gemüsebrühe, 2 Eßl. Öl, 1,5 Karotte oder Banane ca. 20 Minuten auf 150-200 Grad backen und im Backofen 1 Stunde stehen lassen.

Genau zwei Tage später gab es einen fast identischen Anlaß zum Freuen. Diesmal standen da sechs junge Mädchen- Lisa, Hannah, Clara, Lara, Sandra und Franziska – die eine kleine „Finanzspritze“ für unsere Heimtiere abgeben wollten. Schon im Jahr 2004 hatten diese Tierfreundinnen mit großem Erfolg gesammelt und wollten diese Aktion nun gerne wiederholen. In ihrer Freizeit waren sie von Tür zu Tür gegangen, hatten bei den Anwohnern gesungen und Flöte gespielt und ein stimmungsvolles Frühlingsgedicht aufgesagt, um auf diese Weise Geld zusammen zu tragen. Wunderschön dekoriert und originell verpackt konnte der Betrag von 73,00 Euro an die Tierheimleitung übergeben werden, die den engagierten Tierfreundinnen ganz herzlich dankte.  

 

Klar, dass es abschließend das obligatorische Foto gab und natürlich schauten sich die eifrigen Sammlerinnen zusammen mit ihren Eltern gründlich auf dem Tierheimgelände um, wollten sie doch wissen, wofür „ihre“ Euros wohl verwendet würden. Wir freuen uns immer ganz besonders, wenn gerade junge Menschen sich für unsere Mitgeschöpfe engagieren- schließlich sind sie die Tierschützer von morgen – und sagen den einsatzfreudigen Tierfreundinnen hiermit nochmals ein herzliches „Dankeschön“ im Namen unserer Tiere.

 

 

 

Eine Dame rief ganz aufgeregt im Tierheim an und meldete, ihr sei ein junger Rabe entflogen. Das drei Monate alte Tier sei von Hand aufgezogen, völlig zahm und zutraulich und trage ein Glöckchen am Bein. Wir versprachen, sie bei eventuell eingehenden Meldungen sofort zu informieren. Kurze Zeit später klingelte erneut das Telefon und ein Anrufer, dessen Anliegen allgemeines Schmunzeln auslöste, bat um Hilfe: Saß doch vor seinem Fenster ein junger Adler, der ein Glöckchen am Bein trug! Der Raben-Adler (oder Adler-Rabe?) konnte danach umgehend seiner glücklichen Besitzerin zugeführt werden.

 

 


Freitagabend, 22 Uhr: Anruf eines empörten Hundebesitzers bei unserem Notdienst. Der Mann hatte mit seinem Vierbeiner gerade eine letzte Gassi-Runde gedreht und dabei beobachtet, wie zwei junge Männer einen kleinen, weißen Hund über den über zwei Meter hohen Zaun auf das Gelände der Hundeschule schleuderten. Bei der sofort eingeleiteten Suchaktion entdeckten die Tierschützer schließlich einen jungen Jack-Russel-Rüden, der sich völlig verängstigt hinter einem Autoreifen verkrochen hatte. Dem Besitzer war es offensichtlich völlig gleichgültig gewesen, dass das Tier sich bei dem Fall über den Zaun die Beine oder gar die Wirbelsäule hätte brechen können, Hauptsache- weg damit!

 

Nur mit Mühe gelang es, das humpelnde, panisch um sich schnappende Kerlchen in einer Transportbox zu verstauen. Die ersten Stunden im Tierheim drückte sich der bildhübsche kleine Rüde knurrend und zitternd in eine Ecke, völlig verständlich nach solch einem Erlebnis, am Ende konnten wir ihn aber doch mit Leckerchen davon überzeugen, dass wir es gut mit ihm meinten und etwas später taute er richtig auf und begann, Futter aus der dargebotenen Hand zu schlecken. Dem kleinen „Jackie“, wie wir den „Überflieger“ tauften, wünschen wir, dass er ganz rasch ein tolles neues Zuhause findet, wo er sein schreckliches Erlebnis bald vergessen kann. Was wir aber seinem ehemaligen Besitzer wünschen, dürfen Sie sich selbst ausmalen…


Als Lebensretter und wahrer Freund und Helfer erwiesen sich eine Beamtin und ein Beamter der hiesigen Polizei an einem Vormittag im Juni. Ausgerechnet die stark befahrene HTS meinte eine Entenmama mit ihren sechs Küken überqueren zu müssen und musste ihren Leichtsinn leider prompt mit dem Leben bezahlen. Auch die beiden hinter ihr watschelnden Küken wurden vom Autoreifen erfasst, aber die Polizeibeamten stoppten minutenlang den Verkehr und es gelang ihnen, wenigstens die vier verbleibenden Entenküken einzufangen. Sie brachten das piepsende Quartett umgehend zu uns ins Tierheim, damit den kleinen Waisenkindern weitergeholfen werde.

 

Zum Glück gibt es eine ganz engagierte, liebe Tierschützerin, die daheim drei kleine Teiche hat und alle „Sozialfälle“ an Wasservögeln bei sich aufnimmt. Auf unseren Anruf hin erschien sie nach kürzester Zeit im Tierheim, um Donald, Trick, Track und Truck, wie wir die putzigen Kerlchen tauften, abzuholen. Da sie daheim zufällig eine Entenmama mit Küken sitzen hatte, drückten wir nun alle Daumen, dass diese die mutterlosen Babies adoptieren würde und schon eine Stunde später kam der Rückruf: „Hat alles prima geklappt“! Wir atmeten alle auf und freuten uns mit den Entchen, die gerade noch mal Glück im Unglück hatten.

 

5. Juli, Sommerfest im Tierheim Siegen! Schon zeitig waren die Tierpfleger vor Ort, um alle Schützlinge zu versorgen sowie die Gehege und Boxen zu säubern. Plötzlich erschien ein Pfleger aus der „Hundeabteilung“ im Quartier der Samtpfoten und hielt ein schmächtiges, zierliches Kätzchen auf dem Arm. Das graugetigerte Katzenmädchen war ihm bei den Hundefreiläufen über den Weg gelaufen und im ersten Moment dachte er, es sei irgendwie aus dem Katzenhaus entwischt. Es war der Katzenabteilung jedoch völlig unbekannt und schaute uns aus riesengroßen Augen angstzitternd an. Wir sahen, dass es ein sehr ausgeprägtes Gesäuge hatte- sollten da vielleicht irgendwo Welpen im Gebüsch sein? Sofort wurde alles abgesucht, aber wir fanden lediglich einen Napf mit einem kleinen Futterrest, den die Katze sich offensichtlich selbst mitgebracht hatte, denn weit und breit war niemand zu sehen.

 

Wieder mal ein Lebewesen, das billig und schnell „entsorgt „ wurde, der Einfachheit halber eben mal über den Zaun geworfen. Besucher fragen uns manchmal: „ Wie haltet ihr so was aus?“ Sie können es glauben, an manchen Tagen fragen wir uns das selbst!

 

Eine Flut von Jungvögeln, teils aus dem Nest gefallen, teils auf der Straße gefunden, brachte uns der Monat Juni. Täglich zwei bis dreimal standen Tierfreunde mit einem Vögelchen vor der Tür oder baten telefonisch um Hilfe, weil sie auf der Straße einen hilflosen Piepmatz gefunden hatten. Wir können im Tierheim immer nur eine Erste-Hilfe-Versorgung vornehmen, denn die Aufzucht von Jungvögeln oder Die Pflege von verletzten Tieren ist eine Wissenschaft für sich und erfordert sehr viel Hintergrundwissen, Erfahrung, Kompetenz und einen ungeheuren Zeitaufwand- im Tierheimbetrieb ist letzteres einfach nicht zu leisten, braucht doch ein Vogelkind ab etwa sechs Uhr morgens bis ca. zwanzig Uhr eine mindestens stündliche Versorgung mit Futter von unterschiedlichster Zusammensetzung.

 

Es ist eine ungeheure Hilfe für uns, dass es Menschen gibt, die sich gerade auf diesem Gebiet sehr viel Fachwissen erarbeitet haben und praktisch in jedem Frühsommer auf alle persönliche Freiheit verzichten, um unseren gefiederten Freunden zu helfen. Wir sind sehr, sehr dankbar, dass wir bei „Vogelproblemen“ deren Telefonnummern weitergeben dürfen und sagen auch an dieser Stelle ein ganz herzliches Danke-schön an Frau Elke Menze, Frau Hannelore Mehnert sowie Herrn Laukens, die sich auf diesem Gebiet wirklich aufopferungsvoll engagieren und einsetzen.

                                  



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