Kurznachrichten Februar 2005
"Christel": Am 1. Sonntag im Monat ist unser Tierheim für Besucher geöffnet. Es gibt Kaffee und Kuchen, der Duft der frisch gebackenen Waffeln zieht über den Hof und viele Tierfreunde bevölkern das Gelände, teils, um sich zu informieren und Tiere anzuschauen, teils aber auch, um Kaffee zu trinken und sich dabei ein bisschen mit Gleichgesinnten zu unterhalten. Als sich gegen 17 Uhr der Besucherstrom verlaufen hat, räumen unsere fleißigen ehrenamtlichen Helfer noch auf, die Mitarbeiter holen die Hunde zum Schlafen ins Hundehaus und es gibt für alle Vierbeiner noch die „Gute-Nacht-Mahlzeit“. |
|
|
Die letzten Mitarbeiter wollen gerade das Gelände verlassen, da kommen 2 Helfer ganz aufgeregt zurück. Auf dem unteren Parkplatz haben sie eine total verdreckte Transportbox gefunden, in der sich eine zierliche, kleine Katze befindet. Riesengroße Augen schauen uns durchs Gitter ängstlich entgegen. Wir öffnen die Box und holen vorsichtig ein ganz erbärmliches kleines Katzenwesen heraus: Eine German Rex Katze, zwergenhaft klein, mit einem winzigen Köpfchen, übergroßen Augen und fast ohne Fell, sitzt, vor Kälte zitternd, da vor uns. |
Das Findlingsmädchen wird zunächst in einem warmen Raum untergebracht und verschlingt heißhungrig den Inhalt von 2 Futterschüsseln. Arme kleine Maus, was magst du alles erlebt haben, bevor du einfach ausgesetzt wurdest? Wieder einmal fragen wir uns, warum wohl der Mensch die „Krone der Schöpfung“ genannt wird. Diese kleine Katze ist zwar jetzt versorgt und in Sicherheit, aber was wäre gewesen, wenn wir im Dunkeln die Box übersehen Hätten? Ob das Katzenmädchen ohne Fell die kalte Nacht überlebt hätte, ist mehr als fraglich, aber das scheint den Besitzer eher nicht gekümmert zu haben. Welchen Wert hat denn schon ein Katzenleben?
|
Tod oder Leben? Ein dringender Hilferuf erreichte uns von dem Verein „Tierschutzengel e.V.“, die ihren Sitz in Nordhorn haben. Dieser Tierschutzverein hat sich besonders die Hilfe für ausländische Hunde auf die Fahne geschrieben und versucht dort das größte Elend zu lindern. In diesem konkreten Fall ging es um das Tierheim Calafell in Spanien, das von den Behörden gezwungen wurde, seine Pforten zu schließen, ohne dass für die Tierheiminsassen ein Ersatz angeboten wurde. Man brauchte den Platz halt für eine Müllverbrennungsanlage, wen interessieren da schon ein paar hundert Hundeleben? |
|
|
Die „Tierschutzengel“ versuchten verzweifelt, Plätze für die Hunde zu finden und Transporte ins Ausland zu organisieren, denn was aus den Vierbeinern wird, die in keinem Tierheim „unterkommen“, kann man sich leicht denken... Wir sagten spontan Hilfe zu und erklärten uns bereit, 10 dieser Hunde zu übernehmen. Irgendwie würde es gehen, Bedingung war nur: absolut gruppenverträglich, da unser Hundehaus 1 mit den nicht so sozialen Hunden meist gnadenlos überfüllt ist. In der Gruppe kann man meist immer noch den einen oder anderen unterbringen! Am 19.2. war es dann soweit. Etliche Hundefreunde aus verschiedenen Städten der Bundesrepublik hatten sich bei uns versammelt, um auch Hunde zu übernehmen und alle warteten voll Spannung, als gegen 16 Uhr der Transporter auf den Hof rollte.
Die hübschen, kleinen „Zückerchen“ waren alle schon vorher reserviert worden, für uns blieben 10, die so schnell niemand gefunden hatten, der sie haben wollte. Wir sahen sie an und schluckten ein wenig, als sie aus ihren Kisten stiegen. Überwiegend Schäferhundmischlinge, teilweise auch schon älter, aber alle sooo nett...Und da sind sie nun, unsere 10, in die wir uns inzwischen längst verliebt haben, nachdem wir ihren tollen Charakter kennen gelernt haben und täglich in ihre dankbaren Hundeaugen schauen, und alle warten sie nun auf ein schönes Zuhause bei lieben Hundefreunden! Vielleicht bei Ihnen? [zur Vermittlung] |
![]() |
Katzenschwemme im Februar: Als unsere Samtpfoten im Sommer 2003 das neue Katzenhaus bezogen, glaubten wir uns von nun an aller Sorgen enthoben, was die Unterbringung der Stubentiger betraf. Gibt es doch 10 geräumige, helle Katzenstuben mit Freilauf nach draußen, dazu eine kleine Quarantäne-Station. Schon im Sommer und Herbst des Jahres 2004 wurden wir eines Besseren belehrt. Eine solche Schwemme von Katzenbabies haben wir nie zuvor erlebt! Teilweise mussten bis zu 100 Kätzchen und Katzen untergebracht werden, zum großen Teil Findlinge, so dass wir uns nur mit Hilfe von privaten Pflegestellen durchboxen konnten.
Aus Erfahrung weiß man, dass sich im Winter die Lage halbwegs entzerrt und es im Katzenhaus etwas ruhiger zugeht. Nicht so im Februar 2005. Dieser Monat bescherte uns eine weitere Welle von Findlingskatzen, teilweise bis zu 5 am Tag. Oft alte kranke oder verletzte Tiere, manchmal aber auch ganz hübsche, junge und gepflegte, leider fast immer ohne Tätowierung oder Chip, so dass wir keine Möglichkeit haben, den Tieren nach Hause zu helfen! Es ist für uns unbegreiflich, dass nur ein Bruchteil dieser Tiere als entlaufen gemeldet oder vom Besitzer wieder abgeholt wird, die meisten scheint niemand zu vermissen. Oder kommen die Leute einfach nicht auf die Idee, im Tierheim nachzufragen? Daher unsere dringende Bitte an alle Katzenbesitzer: Lassen Sie Ihr Tier kastrieren, tätowieren und chipen und melden Sie die Nummer zusammen mit ihrer Adresse bei Tasso, dem Deutschen Haustierregister oder der Ifta. So kann man die Herkunft des Tieres zurückverfolgen und ihm wieder nach Hause helfen. Denn uns im Tierheim wird jetzt schon angst und bange, wenn zusätzlich zu den „normalen“ Findlingen wieder viele weitere kleine Kätzchen, die keiner haben will, unser Katzenhaus füllen!
![]() |
Kuscheln verboten! Allgemeines Schmunzeln löste die Geschichte aus, die uns eine junge Frau erzählte, die an einem Nachmittag im Februar an der Information stand und eine großen Karton auf den Armen trug. Sie hatte –so ihr Bericht- daheim 2 Kaninchen, Männlein und Weiblein, die sie als Babies zusammen in einem Zoogeschäft gekauft hatte. Die Mümmelmännlein vertrugen sich bestens und spielten und kuschelten ständig miteinander. Als beide nun geschlechtsreif wurden, beschloß die Besitzerin, das Böckchen kastrieren zu lassen, da 2 Kaninchen wirklich genug für sie waren. Gesagt- getan! Beim Tierarzt erfuhr die junge Frau dann, dass Böckchen bis zu 4 Wochen nach der Kastration weiter zeugungsfähig sind.
Folglich trennte sie die Tiere und hielt sie vorübergehend in 2 Käfigen, die sie aber dicht nebeneinander stellte, damit die Kaninchen sich weiter sehen und durchs Gitter belecken konnten. Unsäglich leid tat es der jungen Frau, mit anzusehen, wie beide Tiere sich gegen die Käfigwände drückten, um wie bisher miteinander zu kuscheln, was ihnen aber momentan verwehrt werden musste. So beschloß sie, die Beiden wenigstens für ein paar Minuten zusammen zu lassen, sie wollte dann schon aufpassen, dass außer Kuscheln nichts passierte! „Ja und dann“- hier geriet die Erzählung etwas ins Stocken-„dann gingen die Vierbeiner so blitzschnell zur Sache, dass ich gar nicht mehr reagieren konnte!“ Als Beweis hielt die Dame uns den Karton hin, in dem sich 8 muntere, bildhübsche, junge Kaninchen tummelten. Da wir momentan schon sehr viele Kaninchen im Tierheim haben, teilten wir die Babies erst mal in 2 jeweils gleich geschlechtliche Gruppen, behielten die Mädels da und wenn die vermittelt sind, können die Böckchen nachrücken. Und die Dame musste uns hoch und heilig versprechen, dass Mama Kaninchen nicht mit ihren Söhnen kuscheln darf!


















