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Kurznachrichten November 2005




14 auf einen Streich Eine Sozialarbeiterin meldet sich telefonisch bei uns im Tierheim und teilte mit, sie betreue eine Familie, die vor 3 Tagen ihr 4. Kind bekommen haben. Es lebten in der kleinen Wohnung aber außerdem ein Collie-Mix-Rüde sowie eine mittelgroße Hündin, die vor 1 ½ Wochen 12 Welpen geworfen hatte. Nun hätten die Leute weder für sich noch für die Tiere was zu Essen… Wir verabredeten uns mit der Dame und fuhren zu der genannten Adresse.

 

Die junge Frau hing zwar den Tieren, sah aber glücklicherweise ein, dass eine auch nur halbwegs artgerechte Haltung und Betreuung der 14 Hunde sowohl zeitlich als auch finanziell völlig unmöglich war und übereignete uns die komplette Familie. Wir packten also Vater, Mutter und alle Babys ins Tierschutzauto mit dem Versprechen, später für alle ein gutes neues Zuhause zu suchen. Mutter und Kinder wurden in der Quarantäne einquartiert und schnell sauste jemand los, um Welpenaufzuchtsmilch und Fläschchen zu kaufen, denn wir sahen sofort, dass die Hündin mit der riesigen Kinderschar völlig überfordert war und unmöglich alle Babys sättigen konnte. Die kleinsten der Welpen wurden von ihren stärkeren Geschwistern im Kampf um die mütterlichen Milchquellen ständig zurückgedrängt und bekamen nur einen Bruchteil der benötigten Nahrung. So begannen wir sofort mit dem Zufüttern, um all die kleinen Bäuchlein zu füllen und die kleinen Wurstel satt zu bekommen. Die Mama hatte absolut nichts dagegen, dass Menschen sich mit ihr gemeinsam um ihre Kinder kümmerten und nahm unsere Hilfe dankbar an. Sie kam uns von Anfang an freundlich und zutraulich entgegen. Die Hundefamilie ist natürlich das Entzücken des gesamten Tierheimpersonals und diejenigen, die Fläschchen geben dürfen, werden glühend beneidet.

 

Inzwischen haben alle Welpen die Augen geöffnet, nehmen zu und gedeihen prächtig. „Bandit“, der Hundevater, konnte glücklicherweise schon nach kurzer Zeit in ein wunderschönes neues Zuhause einziehen (spätere Alimentenzahlung behalten wir uns vor), wo er sich prima eingelebt hat uns sich sehr wohl fühlt.

 

Mit ca. 9 – 10 Wochen können dann auch unsere Jüngsten vermittelt werden, aber solange müssen sie schon im Familienverband zusammenleben, eine Bedingung, die für das spätere Sozialverhalten extrem wichtig ist. Aber bis dahin werden sich hoffentlich für alle 12 ganz liebe und einfühlsame Menschen finden, die solch ein Hundekind bei sich aufnehmen und ihm ein Zuhause geben möchten – für ein ganzes Hundeleben lang!

 





Todkrank, 6,5 kg leicht und zum Skelett abgemagert, so kam „Layna“, die 10 Monate junge Mischlingshündin in Siegen an. Der Tierarzt hatte wenig Hoffnung, dass sie am Leben bleiben würde, aber wir wollten es versuchen, um sie zu retten. Sie wurde unter Rotlicht gesetzt, bekam 6 x täglich kleine Portionen zu essen und hörte von uns mehrmals täglich den Satz: „Und du stirbst nicht!“ Diese Suggestion muss gewirkt haben, sie erholte sich, legte an Gewicht zu und wurde täglich munterer, bis eines Tages der Tierarzt sagte: „Sie ist gesund und kann vermittelt werden!“ Wenige Tage später kam ein sehr sympathisches Ehepaar ins Tierheim, welches sich spontan in unser ehemaliges Sorgenkind verleibte und sich entschloss „Layna“ ein Zuhause zu geben und dieses neue Heim ist ein Volltreffer! Sie durfte einziehen bei dem Landtagsabgeordneten der „Grünen“ Johannes Remmel und seiner Gattin – echte Hundenarren. Es habe, so erklärte Johannes Remmel schmunzelnd bis vor einiger Zeit einen angeheirateten Dackel gegeben, der nun leider im Hundehimmel sei, ihm aber in sprichwörtlicher Dackelsturheit bis zum Schluss immer mal wieder die Zähne gezeigt habe. Die kleine „Layna“ hingegen schleckte das neue Frauchen und Herrchen gleich hingebungsvoll ab, so dass es diesbezüglich keine Befürchtungen gibt.

 

Ein dickes Kompliment machte das Ehepaar zum Schluss dem Tierheim Siegen. Sie bewunderten die schöne, gepflegte Anlage, lobten die gute Beratung und Betreuung und versicherten uns, dass sie uns gerne jederzeit weiterempfehlen würden. Es tut gut, bei all dem Stress auch manchmal so nette Worte aus berufenem Mund zu hören! 

 


 

 

 

Vielen Dank, liebes Ehepaar Strunke/Remmel und für Dich, kleine, gerettete Layna, alles Gute und ein langes, schönes Hundeleben!


 

Um einen Ortstermin bat telefonisch die Kreisveterinärin, weil es um die Wegnahme eines Schäferhundes ging. Als unser Mitarbeiter gegen Mittag am genannten Treffpunkt eintraf, konnte er kaum glauben, was er sah. In einem Zwinger von ca. 1,50 x 2 m Größe hockte ein uralter Rüde, der augenscheinlich fast blind war. Der Boden war 30 cm hoch von einer Masse aus festgetretenem Kot und Haaren bedeckt, Wasser war nicht vorhanden. An den Pfoten und Beinen des Tieres befanden sich mehrere Tumore, einer davon über hühnereigroß.  

 

Der alte Hund ließ sich ohne große Probleme aus seinem entsetzlichen Gefängnis locken und konnte offenbar nicht glauben, dass ihm da ein Mensch mit Leberwurst eine Freude machen wollte. Im Tierheim angekommen trank er zuerst zwei große Wasserschüsseln völlig leer - ein Zeichen für seinen entsetzlichen Durst. Ein gut gefüllter Napf mit Futter wurde gierig geleert.Da der Rüde auf Geräusche keinerlei Reaktion zeigte, vermuteten wir, dass er auch taub war, was uns der Tierarzt später auch bestätigte. Der alte Hund litt offensichtlich unter extrem starken Schmerzen und war kaum in der Lage zu laufen, so dass wir noch am Nachmittag mit ihm in die Tierarztpraxis fuhren. Unserem Mitarbeiter kamen die Tränen, als dieser nur bedauernd den Kopf schüttelte. Aber äußerst schmerzhafte Arthrose, taub, fast blind, völlig abgemagert, inoperable offene Tumore an den Beinen und Füßen (man hätte laut Tierarzt die halbe Pfote wegnehmen müssen, um den größten Tumor zu entfernen) was kann man da noch tun? Es blieb nur der Weg den armen Kerl von seinen Schmerzen und seinem Elend zu erlösen. Es tut nur so unendlich weh, dass man ihn so gehen lassen musste, dass man nicht ein bisschen von dem gut machen konnte, was sein Besitzer diesem Hund angetan hat. Man hätte ihm so gerne noch ein wenig schöne Zeit gegönnt mit Liebe umsorgt sein, gutem Futter und einem warmen Platz, aber es war für ihn zu spät, die Schmerzen waren unerträglich geworden.

 

So blieb nur, ihm zum Schluss in den Arm zu nehmen und ihm das Gefühl menschlicher Nähe und Zuwendung zu geben, damit er den letzten Schritt nicht ganz alleine gehen musste…

 


 

 

Nachmittags stand der Besitzer vorm Tor und wollte seinen Hund wieder haben. Er warf uns vor, wir wollten ihn nur gesund pflegen, um ihn dann für viel Geld weiterzuverkaufen. Vielleicht können Sie verstehen, dass man sich im Tierheim manchmal extrem beherrschen muss, um nicht handgreiflich zu werden…

 

 

Als Findling kam „Pinki“, die kleine schwarze Katze mit dem herzförmigen Gesichtchen, zu uns ins Tierheim. Gleich zu Beginn ihres Einzuges machte sie klar, dass sie eine echte Katze sei: Sie konnte jedem Menschen schnurrend um die Beine streichen, aber das bedeutete noch lange nicht, dass man sie auch streicheln durfte! Wann gestreichelt wurde, bestimmte ausschließlich sie und der Zweibeiner, der das nicht respektierte, trug blutige Kratzer davon! „Pinki“ war zwar tätowiert, aber all unsere diesbezüglichen Nachforschungen verliefen leider im Sande. „Besitzer unbekannt verzogen“ hieß es bei „Tasso“. Auf Grund seines eigenwilligen Charakters fand das schwarze Katzenmädchen lange keine Interessenten, denn die meisten Leute möchten gerne ein Schmusetier und zu diesem zählte „Pinki“ wahrlich nicht!

Nach über einem Jahr Aufenthalt bei uns im Tierheim konnte unser kleiner Stubentiger endlich an sehr liebe Katzenfreunde vermittelt werden und eigentlich könnte die Geschichte jetzt zu Ende sein, wenn sich jetzt – nach über einem Jahr – nicht die wirkliche Besitzerin von „Pinki“ bei uns gemeldet hätte! Sie war mehrmals umgezogen und hatte einfach nicht daran gedacht, ihre neue Anschrift bei „Tasso“ zu melden. Nun war guter Rat teuer, denn die Besitzerin, am Telefon gleichzeitig lachend und weinend, wollte unbedingt ihr Kätzchen zurückhaben. Als unsere Mitarbeiterin ihr am Telefon die Eigenschaften von „Pinki“ beschrieb, sagte die Dame sofort: 

 

„Das ist sie! Genauso ist sie!“ So rief unsere Mitarbeiterin sofort im neuen Zuhause an, das sich – es gibt schon seltsame Zufälle gar nicht so sehr weit vom jetzigen Wohnort der Besitzerin befand. Und die wirklich äußerst sympathischen Katzenfreunde hatten Verständnis für die Situation und erklärten sich sofort bereit, „Pinki“ zurückzugeben. So kam das schwarze Katzenmädchen nach über einem Jahr und langer Irrfahrt wieder zu seinem Frauchen zurück und die netten Katzenfreunde haben sich stattdessen für unser „Lieschen“ entschieden, das auch schon lange da ist und sich nun über ein tolles neues Zuhause freut!  

 



Ein „Herz für alle Felle“ bewies das Siegener „Wal*Mart Supercenter“, das dem Tierschutzverein für Siegen und Umgebung e.V. zu einem Informationsstand eingeladen hatte. Das Store-Management stellte nicht nur eine Fläche im Eingangsbereich zur Verfügung, sondern spendierte gleich auch noch die Zutaten für einen Waffelteig sowie Kaffee und Kakao. So konnten die Tierschützer aus dem Verkauf einen Reinerlös erzielen und darüber hinaus Spenden sammeln, Mitgliederwerbung betreiben sowie Patenschaften anbieten. Dafür, dass außerdem ausführlich über die Tierheim-Arbeit informiert wurde, sorgte ein neuer Film. 

 

Der erstmalig für Besucher zu sehen war und über die vielfältigen Aufgaben des Tierschutzvereins für Siegen und Umgebung e.V. berichtet, sowie eine Stellwand, auf der ein großer Teil unserer Schützlinge, die momentan unser Tierheim bevölkern, sich per Foto vorstellten. Beides brachte viele Wal*Mart-Kunden dazu, stehen zu bleiben und Fragen zu stellen. Ein ganz besonders lukratives Angebot eines ausländischen Mitbürgers konnte allerdings leider nicht angenommen werden: Er bot für eine Dame des Tierheimpersonals auf der Stelle 20 Kamele und der Hinweis der Tierheimleitung, dass die junge Frau auch sehr gut singen könne, brachte ihn dazu, die Zahl auf 25 Kamele zu erhöhen. Leider stoppte eine ehrenamtliche Helferin die Verhandlungen, indem sie kategorisch erklärte, dass im Tierheim Siegen für eine solche Anzahl Kamele nicht wirklich Platz sei und auch eine Weitervermittlung derselben sich sicher schwierig gestalte. So zog der Herr betrübt von dannen und unsere Mitarbeiterin bleibt uns glücklicherweise erhalten. Am Ende des 12-stündigen Einsatzes, bei dem ein großer Anteil der Arbeit von unseren ehrenamtlichen Helfern bestritten wurde, kam die stolze Summe von insgesamt 2.499,02 € zusammen, eine Zahl, die wir kaum glauben konnten. Wir waren vollends „aus dem Häuschen“, als die Marktleitung uns zusagte, dass diese Summe vom Supercenter verdoppelt würde. Vergessen waren die schmerzenden Füße, wir strahlten um die Wette und waren alle total happy.

 

 

Wir möchten as Geld zum einen für die Reparatur unserer Heizung im Hundehaus versenden, zum anderen haben wir den Plan, auf unserem Gelände 2 oder 3 Gartenhäuschen zu erreichten, wo verwilderte Katzen leben können und gefüttert und versorgt werden. Für dieses Projekt sparen wir und wollen einen Teil des Geldes dafür zurücklegen.

 

Wir sagen von ganzem Herzen „DANKE“ den Menschen, die einen Betrag in unsere Spendendosen legten und bedanken uns nochmals aufs herzlichste beim Wal*Mart-Supercenter, das diese Aktion initiierte und derart großzügig unterstützte!


 

„Bitte keine „lebenden Weihnachtsgeschenke!“, so mahnen Tierschützer in den Adventstagen und die Tierheime wissen ein Lied davon zu singen, wie viele der unüberlegt gekauften Vierbeiner nach kurzer Zeit „weitergereicht“ wurden oder im Tierheim landen. Der WDR Köln griff diesen Gedanken auf und schickte am 30.11.2005 ein Kamerateam ins Siegener Tierheim, um hier einen Beitrag zu diesem Thema zu drehen. 

 

Der große Raum, in welchem sich die Information befindet, bot eine perfekte Kulisse, da er mit einer kleinen Tanne, einem Adventskranz sowie bunten Lichtern ohnehin adventlich geschmückt war. Eine Schulklasse war zum vereinbarten Termin eingeladen worden und den optimalen Einstieg zum Thema: „Keine Tiere unterm Weihnachtsbaum“ bildeten unsere 5 Wochen alten Welpen, von denen einige in ein vorbereitetes kuscheliges Körbchen gesetzt worden waren. Die Jungen und Mädchen waren von den Babys total entzückt und die Purzel spielten eifrig mit, indem sie streichelnde Kinderhände abschleckten oder versuchten, den Kids auf den Schoß zu klettern, was bei diesen natürlich helles Entzücken auslöste und zu der spontanen Äußerung führte, dass sie so einen putzigen kleinen Kerl unbedingt zu Weihnachten haben wollten! Genau an diesem Punkt konnte dann aus Tierschutzsicht zu diesem Wunsch Stellung genommen werden und die Tierheimleiterin forderte die Kinder auf, sich ganz gut zu überlegen welches Tier passt zu unserer Familie.

 

Habe ich die Zeit und auch die finanzielle Möglichkeit, diesem Tier ein Zuhause zu geben für sein ganzes Leben? Und, Tiere lieben alleine genügt nicht, wir müssen ihnen auch das geben können, was sie wirklich brauchen, nämlich ein artgerechtes Zuhause! Wenn das nicht möglich ist, ist es die größere Tierliebe, auf ein Tier zu verzichten! Tiere sind keine Puppen, die man nach dem Spielen in die Ecke stellen kann, sie fordern auch eine Reihe von kleinen Opfern an Zeit und auch an Geld.

 

Danach folgte ein Rundgang der Kinder durch das Tierheim und es gab viel zu erzählen und Fragen zu den verschiedenen Tierheiminsassen zu beantworten. Bestaunt wurde unsere freundliche „Lucy“ – viele Kinder hatten noch nie ein „echtes“ Schwein gesehen. Und auch im Nagerhaus, wo Kaninchen, Meerschweinchen & Co. Wohnen, war das Interesse groß. Zum Schluss durften die Kinder die „Stubentiger“ im Katzenhaus besuchen und haben viel Spaß an den zutraulichen Samtpfoten, die ihnen schnurrend um die Füße strichen. Damit ihnen klar wurde, dass Tiere auch Arbeit machen, „durften“ sie beim Säubern der Katzentoiletten helfen und zum Schluss waren sich alle einig: „Das hat riesigen Spaß gemacht, wir kommen noch mal wieder!“ Dass sie in einem „echten“ Film mitspielen, ist für die Kids natürlich toll und alle sind gespannt auf den 18.12.2005, wenn es um 18.15 Uhr beim WDR wieder heißt: Tiere suchen ein Zuhause!“

 

                                  



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