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Kurznachrichten März 2006




Wer hat den dicksten Kater?

 

Der Aschermittwoch, der einen unerbittlichen Schlusspunkt unter das närrische Treiben der Karnevalszeit setzt, fiel in diesem Jahr auf den 01. März. Viele der Närrinnen und Narren, die die „tollen Tage“ ausführlich „genossen“ haben, leiden zu diesem Zeitpunkt unter Übelkeit und heftigen Kopfschmerzen – Im Volksmund treffend „zünftiger Kater“ genannt.

 

Ein Reporter von Radio Siegen wollte nun an besagtem Aschermittwoch ganz genau wissen, wer am meisten unter den „Nachwehen“ zu leiden habe und fragte daher nach: Wer hat den größten Kater? Nun haben wir zwar eine beachtliche Zahl an männlichen Stubentigern aufzuweisen, der eindrucksvollste, größte und dickste unter ihnen ist aber ohne Zweifel der schwarze „Minka“. Als dieser Bursche mit dem irreführenden Namen bei uns einzog, hatte er fast die Ausmaße eines Dackels! Im Interesse des Tieres waren wir froh, dass es in den letzten Wochen mit Hilfe von Diätfutter gelang, ihn von über 10 kg Körpergewicht auf immer noch stattliche 8 kg „abspecken“ zu lassen. Die Hörer von Radio Siegen wurden informiert, dass Minka während der Öffnungszeiten im Tierheim Siegen zu besichtigen und auch zu haben sei und für uns blieb der etwas zweifelhafte Ruhm, am Aschermittwoch den größten Kater weit und breit unser Eigen zu nennen.

 

 

 

 

 


Der Anruf einer Spedition in der Leimbachstraße erreichte uns an einem bitterkalten Montagvormittag.

 

Man teilte uns mit, dass zwischen einem LKW und dem zugehörigen Anhänger ein Greifvogel eingeklemmt sei. Ausgerüstet mit Käscher und Spezialhandschuhen fuhren zwei Mitarbeiter los, um dem Tier zu helfen. Sie fanden einen völlig entkräfteten Mäusebussard vor, der offensichtlich zu Tode erschöpft war und sich widerstandslos aufnehmen ließ. Da der eine seiner Flügel offensichtlich gebrochen war, fuhren die Tierschützer sofort in die Tierarztpraxis, und hofften, dass noch Hilfe für den Raubvogel möglich war. Die Diagnose war allerdings niederschmetternd: Außer dem Flügel war auch noch ein Bein des Bussards gebrochen und das uralte Tier war völlig ermattet und kurz vor dem Verenden. So blieb nur, die Qualen des armen Kerls zu beenden und ihn von seinen Schmerzen zu erlösen. Es ist jedes Mal frustrierend, so eine Entscheidung treffen zu müssen, ist aber notwendig, da es manchmal einfach der größere Tierschutz ist.

 

 




An einem Donnerstag erreichte uns nachmittags der Anruf einer Dame, die in der Nähe des Tierheims lebt.

 

Wohnungsnachbarn von ihr waren nachweislich am zurückliegenden Sonntag das letzte Mal in ihrer Wohnung gewesen und seitdem bellte dort ein Hund. Sofort wurde die Polizei eingeschaltet, die ja, wenn Gefahr für das Leben eines Tieres besteht, sofort eingreifen kann. Da dies offensichtlich hier der Fall war, zögerten die Beamten, dann auch nicht, sich Zugang zu der betreffenden Wohnung zu verschaffen. Was sie dort vorfanden, veranlasste die Männer, sofort eine Strafanzeige zu schreiben. Die Wohnung war von Kothaufen und Urinpfützen übersät, den Männern liefen die Kakerlaken über die Füße und mitten in dem Schmutz und Gestank hockte vor einem leeren Wasser- und Futternapf – vor Angst zitternd – ein kleiner Hund. Die Beamten brachten das Tier postwendend zu uns und wir waren zutiefst betroffen, als wir die hellgraue, 3 kg leichte Shi-Tsu-Hündin untersuchten. Der ganze kleine Hundekörper war bis auf die Haut mit dicken Filzplatten bedeckt, sämtliche Körperöffnungen von Filz überwachsen, die Ohren als solche gar nicht zu erkennen, die Augen beinahe komplett zugewachsen, der After kotverschmiert, wund und entzündet, weil das Tier nicht mehr in der Lage war, sich zu lösen, ohne dass die Ausscheidungen im Fell haften blieben. Unter den kleinen Pfoten saßen solche Fellklumpen, dass es der Hündin nicht möglich war, normal zu laufen. Der Tierarzt, dem wir die Kleine „Toffi“ am nächsten Morgen vorstellten, bestätigte unsere Einschätzungen in allen Punkten und diagnostizierte außer dem völlig desolaten Pflegezustand noch ein äußerst schlechtes Allgemeinbefinden. „Toffi“ war regelrecht ausgetrocknet und so schwach, dass eine dringend notwendige leichte Narkose, um sie von ihrem Filzballast zu befreien, momentan nicht möglich war.

 

Nachmittags erschien ein junges Pärchen im Tierheim und forderte das Tier zurück. Man bezeichnete uns als „Diebespack“, welches in Wohnungen einbrechen und anderer Leute Hunde klauen würde. Bedingt durch das laute Kreischen der jungen Frau war eine normale Unterhaltung nicht möglich, sie wurde sehr aggressiv und erst ein Telefonat mit der Polizei, die bestätigte, dass wir den Hund nicht herausgeben würden, beendete die Diskussion. Die junge Frau verstand die Welt nicht mehr, hatte sie doch „Toffi“ erst vor 2 Tagen gebadet und wenn davon ein bisschen Filz im Fell zurückgeblieben war, so war dies ja wirklich nicht ihre Schuld! Endlich schafften wir es, sie zum Verlassen unseres Geländes zu bewegen, denn unsere „normalen“ Besucher, die ja gar nicht wussten, worum es ging, waren doch recht befremdet, ob das Zetern und Kreischen der Hundebesitzerin, die ständig schrie, dass wir uns ja nur an dem 1000,-- € teuren Hund bereichern wollten.

 

Mit viel Liebe wurde „Toffi“ in den nächsten Tagen aufgepäppelt und wir alle freuten uns mit, als die kleine Hündin immer lebhafter und aufgeweckter wurde und am Ende gar zu Spielen begann. Inzwischen ist die Kleine geimpft, gechipt, entwurmt und von ihrem Filz befreit. Sie wird in einer privaten Pflegestelle betreut, wo sie von allen geliebt wird, und wo sie, wenn alle behördlichen Hürden überwunden sind, auch bleiben darf.

 

 

Froh und dankbar sind wir, dass es Engel gibt,

 

die samstags und sonntags, wenn das Tierheim-Personal nur bis zum frühen Nachmittag anwesend ist, ehrenamtlich den Gute-Nacht-Dienst übernehmen. Sie kommen gegen Abend, lassen Hunde zum Pieseln noch Mal in die Freiläufe, verteilen Betthupferl an die Vierbeiner und alle sind mit Eifer und großer Begeisterung dabei. So auch eine junge Frau, die schon seit langem zu dieser Truppe gehört. Sie erlebte allerdings leider an einem Samstagabend eine böse Überraschung: Als sie ihren ehrenamtlichen Einsatz beendet hatte und zu ihrem abgestellten Pkw kam, hatten Unbekannte bei diesem die Scheiben eingeschlagen und sämtliche im Wagen befindliche Wertgegenstände, sowie wichtige Papiere gestohlen.

Wir sind alle äußerst empört über diese Gemeinheit und hoffen mit unserer Helferin, dass den Täter die gerechte Strafe ereilt.

 

 


2 x 2 = 4

 

Selten hatten wir solch ein zauberhaftes Geschwisterpärchen im Tierheim, wie „Gonda“ und „Goya“, die von der Kanaren-Insel Teneriffa kamen. Pralinchen – gerade mal 2 – 2,5 kg leicht, waren die Stars unter den zahlreichen Bellos und wir bekamen Anfragen für sie von Interessenten aus ganz Deutschland. So meldete sich auch eine Dame aus Berlin, die mit ihrer Schwester nach Siegen kommen wollte. Wir staunten allerdings nicht schlecht, als die beiden jungen Frauen vor uns standen. Wir fühlten uns alle stark an den Film vom „Doppelten Lottchen“ erinnert und wir glaubten im ersten Moment auch doppelt zu sehen. Es war einfach die perfekte Vermittlung: Die Schwestern leben zwar im selben Haus, aber doch in getrennten Wohnungen, nebenan das Haus der Eltern mit großem eingezäunten Grundstück, also praktisch immer jemand da, um die bildhübschen Hundemädchen zu betreuen. In weichen Stofftaschen verpackt, ging es dann ab in Richtung Berlin und am nächsten Tag schon gab es den ersten Zwischenbericht: Reise problemlos verlaufen, alle gut angekommen, Hunde sind das Entzücken der gesamten Familie. Wir drücken alle Daumen, dass es so bleibt – für ein ganzes Hundeleben lang!

 

                                  

 



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