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Kurznachrichten Mai 2006




 

An einem Nachmittag stand ein junges Paar im Tierheim

 

und wollte zu dem bereits daheim befindlichen Kaninchen gerne ein Zweites holen, um dem schon vorhandenen einen Partner zu geben. Dieses Vorhaben wurde von uns natürlich unterstützt, da die Tiere Freilauf genießen konnten und die jungen Leute sich wirklich um sie zu kümmern schienen. Umso erstaunter waren wir, als der Mann wenige Tage später mit einem seltsamen Anliegen im Tierheim auftauchte.

 

Im mitgebrachten Käfig saß ein offensichtlich noch sehr junges weibliches Kaninchen, von sehr hübscher Fellfarbe, grau mit roten Flecken und weißen Abzeichen, aber nicht „unsers“. Der Herr erklärte, dieses Tier habe man im Zoogeschäft gekauft, aber es würde kratzen und beißen und wolle nicht gestreichelt werden und sei unverträglich Artgenossen gegenüber. Das von uns dagegen sei total nett und verschmust. Nun wolle er das aus dem Zooladen uns überlassen und es gegen eins „umtauschen“, das ebenso lieb sei wie das erste von uns. Er meinte, sicherlich fänden wir doch nette Leute, die gerne diese kleine Kratzbürste nehmen würde und wenn nicht, so hätte sie es bei uns doch immerhin sehr gut!

 

Er war ziemlich erstaunt, dass wir zu diesem „Umtausch“ nicht bereit waren und auch der von uns konstruierte Vergleich, man könne doch auch nicht einen bissigen Hund eben mal gegen einen freundlichen „eintauschen“ überzeugte ihn nur teilweise. So zog er mit seinem Kaninchen wieder von dannen, versprach aber, in Zukunft mehr Geduld zu haben und wirklich zu versuchen, auch zu „Kratzbürste“ eine bessere Beziehung zu bekommen.

 

 

 

 


Ziemlich verzweifelt rief eine Dame im Tierheim an,

 

die Hilfe suchte, saß doch in ihrem Garten ein offenbar sehr kranker Steinmarder. Sie hatte schon alle möglichen Stellen angerufen, Förster, Jagdaufseher, Polizei, aber niemand fühlte sich zuständig und verantwortlich. Nun, zuständigen waren wir natürlich auch nicht, da es sich ja eindeutig um ein Wildtier handelte, doch mochten wir das kranke Tier nicht einfach sich selbst überlassen, vielleicht gab es doch eine Möglichkeit zu helfen.

 

So fuhr eine Tierpflegerin los und es gelang ihr auch mit Hilfe einer Decke, den Marder in eine Transportbox zu setzen. Unverzüglich brachten wir ihn in die Praxis des Tierarztes, der ihn untersuchte, leider aber nichts weiter für ihn tun konnte, als ihn zu erlösen, jedoch wurden ihm so die letzten qualvollen Stunden erspart.

 

 

 

 

 


Große Augen machten unsere Tierpfleger an einem Vormittag im Mai,

 

als sie das „Exotenhaus“ betraten, momentan das Winterquartier unserer Sumpfschildkröten, um die ca. 50 dort wohnenden Gelb- und Rotwangen zu füttern. Im Sand, der den Rand des Schwimmbeckens umgibt, hatte eine der Kröten 5 Eier abgelegt, drei weiße und zwei braune.

 

Das ist bei einer Haltung im Tierheim sehr selten, zeigt uns aber, dass die Panzertiere sich bei uns offensichtlich wohl fühlen. Nun sind alle total gespannt, ob es denn bei unseren Sumpfschildkröten wirklich bald Nachwuchs gibt.

 

 

 

 

 








Bekannt und beliebt bei Tierfreunden ist die Sendung des WDR Köln „Tiere suchen ein Zuhause“,

 

die wöchentlich am Sonntagabend ausgestrahlt wird. Wir freuen uns immer sehr, wenn wir dort zu Gast ein dürfen, ist es doch eine tolle Chance für etliche unserer Tiere, die wir dort vorstellen, endlich vermittelt zu werden. Am 11.05. waren wir wieder einmal eingeladen und wurden gebeten, eine möglichst „bunte Mischung“ unserer Tierheim-Insassen mitzubringen. In einem Konvoi von 6 Autos fuhren wir los, denn man muss schon für jedes Tier einen Betreuer mitbringen und mehrere Fahrzeuge einsetzen, denn - genau wie im echten Leben – versteht sich halt nicht jeder mit jedem. Leider gab es, bedingt durch die nahenden Fußballweltmeisterschaft um Köln herum unzählige Baustellen und wir standen endlos lang wartend im Stau. So kamen wir gerade auf den „letzten Drücker“ an, obwohl wir sehr frühzeitig losgefahren waren.

 

Im Studio ging es ebenfalls etwas hektisch zu, war doch der Moderatorin der Sendung, Claudia Ludwig, ähnliches passiert, so dass wir den vorgegebenen Zeitplan arg hinterherhinken. Normalerweise treffe ich mit Frau Ludwig regelmäßig in der „Maske“ zusammen, wo dann immer die Möglichkeit besteht, einen kleinen Plausch zu halten, ähnlich wie es üblich ist, wenn Frauen sich beim Friseur treffen. Diesmal jedoch überkreuzten sich die Stellprobe, Fototermine der vorgestellten Tiere für die WDR-Homepage, Gespräche mit der Aufnahmeleitung, der Regisseurin  usw. Glücklicherweise hatten unsere Tiere keinen so großen Stress. Sie wurden von ihren Betreuern beruhigt und noch mal zum Lösen auf die Wiese geführt.

 

Nachdem ich dann noch verkabelt war, ging es los und als erste „Fernsehstars“ waren diesmal unsere Samtpfoten dran, von denen wir, stellvertretend für 60 weitere, zwei mitgebracht hatten. Geradezu vorbildlich präsentierte sich unser 3-jähriger Perserkater „Johnny“, der obwohl wegen schwerer Verfilzung kahl geschoren, mit seinem Charme Frau Ludwig sofort bezauberte. Johnny hat nur noch ein Auge, er hatte eine schwere Augenerkrankung, die vom Besitzer sehr fahrlässig behandelt wurde. Als er zu uns kam, lieb leider keine andere Möglichkeit mehr, als das kranke Auge zu entfernen. Da der Kater mit Artgenossen völlig unverträglich ist, muss er eine kleine Stube für sich allein haben und  drückt uns daher platzmäßig schon arg. Als ob er wüsste, worum es ging, schnurrte er wie eine kleine Nähmaschine, lehnte sich ganz eng an Claudia Ludwig an und blinzelte mit seinem einen Auge zu ihr hinauf, so dass sie ganz begeistert von ihm war.

 

Die nächste Kandidatin, unsere 7-jährige schwarze Katze „Pussi“ war vor 4 Jahren einer Familie zugelaufen, konnte aber laut der abgebenden Dame dort nicht mehr bleiben und kam so zu uns. Sie ist ein schüchternes, etwas ängstliches Mädchen, versteckt sich während der Öffnungszeiten immer unter dem Sessel und wird einfach übersehen, denn schwarze Katzen gibt es ja wie Sand am Meer und dass Pussi etwas Besonderes ist, sieht man eben nicht auf den ersten Blick. Nun aber hatte sie ihren Auftritt. Beinahe bewegungslos schaute sie mit großen Augen fragend in die Kamera und ließ den Stress der vielen Leute und der ungewohnten Umgebung ergeben über sich ergehen.

 

Da wir mittlerweile über 50 Sumpfschildkröten beherbergen, stellte ich auch davon zwei vor, eine knapp handflächen-kleine Höckerschildkröte, sowie eine tellergroße Gelbwange, einfach um zu zeigen, wie gründlich und gut die Anschaffung einer solchen Tierart vorher überlegt werden sollte. Wir hoffen, dass viele Reptilienfreunde sich melden, da unsere Aufnahmekapazität bei den Kröten fast erschöpft ist und wir dringend Platz brauchen für die mit Sicherheit noch kommenden Tiere.

 

Einen kurzen Schwenk machte die Kamera auf die beiden mitgebrachten Nymphensittiche, auch sie stellvertretend für viele weitere – um dann bei Tollpatsch zu landen, einem kleinen Streifenhörnchen, das zusammen mit Vater und Mutter bei uns abgegeben wurde. Während der Paarungszeit vertragen sich die Hörnchen, später aber gibt es, wenn man nicht ein sehr großes Gehege hat, Kämpfe, dass die Fetzen fliegen und auch wir im Tierheim sind leider gezwungen, Papa und Mama Streifenhörnchen sowie Kind Tollpatsch jeweils einzeln zu halten, um handfeste Beißerei zu vermeiden, von denen wir fünf mitbringen durften. Den Anfang machte die bildhübsche, aber sehr ängstliche weiße Mixhündin „Alba“, deren Auftritt wir aber mit Hilfe und Einsatz von Leberwurst doch recht gut über die Bühne bekamen. Dass dieses scheue Tier das wirklich passende Zuhause braucht, ist klar, und toll wäre eine starke Hundeschulter zum Anlehnen, also ein schon netter vorhandener Artgenosse. Number two war Aischa, eine Sibirian Husky-Hündin, die in ihrem bisherigen 7-jährigen Leben nicht gerade in den Glücktopf gegriffen hat. Wir drücken alle Daumen, dass sich für sie Leute melden, die ihr nun ein endgültiges Zuhause geben und bereit sind, mit ihr durch dick und dünn zu gehen, auch wenn es mal Schwierigkeiten gibt, denn davor ist schließlich niemand gefeit.

 

Der nächste Kandidat war der kleine Tobi. Von der Optik her das Pedant zu Kater Johnny. Auch Tobi fehlt ein Auge, das auch er letztlich durch menschliche Schuld einbüßte. Seine Besitzer zogen um und ließen den kleinen Rüden, der unter einer Augenentzündung litt, einfach in der Wohnung zurück. Nach etwa 10 Tagen wurden Nachbarn aufmerksam und alarmierten eine Tierschutzorganisation. Tobi wurde zwar gerettet, doch war inzwischen die Entzündung seines Auges so weit fortgeschritten, dass es leider operativ entfernt werden musste. Inzwischen ist er aber glücklicherweise wieder topfit und trotz seiner leichten Behinderung ein ungemein fröhlicher kleiner Kerl, der seinen neuen Besitzern mit Sicherheit viel Freude bereiten wird. Nummer vier auf der Liste war die quirlige Pointer-Hündin Sunshine. Unser freundliches Mädchen mit dem sonnigen Namen kam stellvertretend für noch zwei weitere Pointer, die bei uns leben und bei ihr ist der Name Programm: Fröhlich wedelt sie durchs Leben und ist ein echtes Schätzchen, einzige Nachteil: Sie hat starken Jagdtrieb. Menschen, die ein eingezäuntes Grundstück haben, könnten da sicher das passende Zuhause bieten. Zuletzt stellte ich noch „Ramiro“ vor, unseren total netten Rottweiler-Schäferhund-Rüden, der einfach nur klasse ist. Auch er hat in seinem jungen Leben – er wurde 07.2005 geboren – schon viel Schlimmes erlebt. Auf Anordnung des Kreisveterinärs kam er ins Tierheim, da er einen schlimmen Bruch im Hinterbein hatte und die Besitzerin die OP nicht bezahlen konnte. Der Knochen seines Beines war regelrecht der Länge nach halbiert, eine Verletzung, die laut Aussage unseres Tierarztes mit großer Wahrscheinlichkeit auf eine Misshandlung zurückzuführen ist. Drei Operationen waren nötig, bis der junge Hund wieder problemlos laufen konnte. Inzwischen ist er aber wieder ganz in Ordnung, die anfängliche Ängstlichkeit vor der menschlichen Hand, ist völlig verschwunden und glücklicherweise hat das zuständige Ordnungsamt nun nachträglich die Wegnahme angeordnet, so dass „Ramiro“ nie wieder in sein früheres zuhause muss. Für ihn sind, falls sein neues zuhause in NRW liegt, einige Auflagen zu beachten, unter seine Vorfahren auch ein Rottweiler „mitgemischt“ hat.

 

Damit war unser „Auftritt“ dann beendet und wir luden unsere Fernsehstars wieder in die entsprechenden Fahrzeuge, während Claudia Ludwig sich dem nächsten Verein zuwandte. Für einen Laien wie mich ist der Auftritt vor der Kamera immer sehr anstrengend und erfordert hohe Konzentration, denn man möchte die Tiere ja möglichst optimal vorstellen, ein gutes Bild für den Verein abgeben und bemüht sich darüber hinaus natürlich noch, kein „Versprecher“ zu haben. Wie die Profis das immer hinkriegen, so dass es ganz lässig, leicht und locker aussieht, ist mir echt ein Rätsel.

 

Ich bin jedenfalls hinterher immer total geschlaucht und entsetzlich müde, so auch dieses Mal. Die Leidtragende war in diesem Fall unsere Frau Eling, die eine Beifahrerin ertragen musste, ständig kurz vorm Einschlafen war.

 

Ausgestrahlt wurde die Sendung drei Tage nach der Aufzeichnung, am Sonntag, dem 14.05.06. Als erstes Fazit nach dem Telefondienst am Sonntagabend können wir melden: Der absolute Renner waren unsere Sumpfschildkröten, die – ganz unerwartet – die meisten Anrufe auf sich verzeichnen konnten, aber am Montag, als die Sendung wiederholt worden war, zogen die Fellträger gleich und gingen dann eindeutig in Führung. Absoluter Star war am Ende „Sunshine“, die weit über 20 Interessenten hatte und schon wenige Tage später in ein Traumzuhause einziehen durfte, zu einem sehr netten Setterrüden, mit dem sie gemeinsam auf 3000 m² hoch eingezäunten Grundstück umhertollen darf, Schlafplatz im Bett inbegriffen.

Die nächste, die bei uns auszog, war unsere schüchterne „Alba“, auch sie zu Leuten, die das für diese Hündin absolut passende Heim anboten. Erster Anruf: Sie hat die Fahrt gut überstanden und liegt momentan laut schnarchend zwischen uns in der Küche. Auch „Ramiro“ hat’s geschafft. Er wird in Zukunft in Donau-Eschingen leben, wo er nicht wie hier in NRW „auf der Liste“ steht, sondern ein ganz „normaler“ Hund sein darf, für den es so Worte wie „Maulkorb- und Leinenzwang“ nicht gibt. Es ist natürlich absolut unsinnig, dass in einem Bundesland eine Rasse „böse“ ist, in einigen anderen völlig harmlos, aber leider sieht die momentane Gesetzgebung so aus.

 

„Tobi“, von uns liebevoll „Käpt’n Huck“ genannt, wurde von einer Familie „adoptiert“, die nun schon den 3. Hund von uns hat und wir sind sicher, dass auch er es sehr gut getroffen hat.

Einzig „Aischa“, unsere verschmuste Husky-Dame, fand keine Interessenten und muß also weiter hoffen und warten. Die gleiche Enttäuschung erlebten wir leider bei den beiden Stubentigern, für die einfach nicht das passende Zuhause angeboten wurde.

 

Bei unseren anfänglich so begehrten Sumpfschildkröten reduzierte sich die Zahl der Interessenten später zwar erheblich, da wir natürlich für die Haltung beim neuen Besitzer bestimmte Auflagen haben, doch sind wir in Kontakt mit einigen Tierfreunden, die zu Hause etwas bauen wollen, um die „Schildis“ artgemäß unterzubringen.

 

Erfreuliches gab es auch über die Nymphensittiche zu berichten. 7 unserer Nymphen, darunter ein uralter Nymphenopa, konnten bei Vogelfreunden untergebracht werden, eine echte Erleichterung für die Kollegen in der Kleintierabteilung.

 

Erfolgsmeldung auch bei den Streifenhörnchen: Vater + Mutter-Hörnchen sowie Kind „Tollpatsch“ fanden alle ein Topzuhause bei Menschen, die sich geradezu dieser Tierart verschrieben und einen echten Narren an ihnen gefressen haben. Nicht mitgenommen worden, sondern nur erwähnt worden waren unsere beiden Kakadus, aber das reichte aus für den Anruf eines „Vogelverrückten“ Menschen, der unter anderem eine Station zum auswildern von Wildvögeln betreibt und als Hobby sehr viele unserer gefiederten Freunde in vorbildliche Anlagen hält und betreut, darunter meistens „Sozialfälle“. Ein echtes Traumzuhause für unsere Kakadus!

 

Ebensoviel Glück hatte unser Beo, auch er nur erwähnt: Er kommt zu Menschen, die in einer großen Voliere schon einen Beo halten und seit langem verzweifelt nach einem Artgenossen für diesen suchten und mit Hilfe von „Tiere suchen ein Zuhause“ glücklicherweise einen fanden. Lustiger Beo-Anruf am Rande: Eine sehr nette Dame, die in einem Altersheim arbeitet, meldete Interesse für „Beo“ an und erklärte, es gebe bei ihnen schon eine Voliere mit einem solchen Vogel. Als ich ihr erzählte, was „unser“ Beo alles sprechen kann – einige Wörter sind leider nicht ganz jugendfrei – sagte sie bedauernd, das käme dann leider nicht in Frage, denn ihrer verursache schon Ärger, weil er den älteren Damen, die sich an der Voliere vorbei bewegten, immer sehr laut und deutlich: „Na, du alte Schachtel“! Nun, glücklicherweise gab es danach dann das oben erwähnte Beo-Happy-End.

 

Eine wahre Flut von Anrufen lösten die Beschriftung aus, die auf den Geschirren unserer Hunde zu lesen war, gab es doch da so nette Bezeichnungen wie: Der tut nix, It’s a girl, Steuerzahler, Schmusebacke oder Macho. Aus allen Teilen Deutschlands wollten Hundefreunde wissen, Wo kann man die nur bekommen und von Seiten des WDR Köln wurde ähnlich berichtet.  Natürlich gaben und geben wir gerne Auskunft!

 

Fazit der Fernsehsendung: Der Einsatz hat sich vollauf bezahlt gemacht, wir sind glücklich und dankbar über die große Resonanz und bedanken uns herzlich beim WDR Köln und der charmanten und „tierverrückten“ Moderatorin Claudia Ludwig.

 

 

                                  

 



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