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Kurznachrichten Juli 2006




Stellvertretend für einige ähnliche Katzenschicksale soll hier die Geschichte der kleinen „Floh“ erzählt werden.

 

Eine Dame hörte an einem Nachmittag auf der Wiese hinter ihrem Haus ein kleines Kätzchen laut weinen, konnte es aber trotz eifrigen Suchens nicht entdecken. Am nächsten Morgen erst fand sie das Baby, gerade mal 2 – 3 Wochen alt, im Gras und brachte es sogleich ins Tierheim, damit ihm geholfen werde. Es handelte sich um ein bildhübsches, 3-farbiges Katzenmädchen, gerade mal so groß, wie die Innenfläche einer Hand, und es kam nicht allein. Das ganze kleine Körperchen war von Flöhen geradezu übersät, so dass es zuerst einmal vorsichtig von allen Seiten gepudert werden musste, um es von den Quälgeistern zu befreien. Zwei Mitarbeiterinnen machten Jagd auf die davon hüpfenden Blutsauger und einige Besucher – das Ganze spielte sich während den Öffnungszeiten ab – waren ganz schön erstaunt, als eine Mitarbeiterin sie warnte: Bitte kommen Sie nicht näher, hier wimmelt es von Flöhen.

Inzwischen ist das Katzenkind – es wird in einer Pflegestelle „gepäppelt“ gesund und munter und zu einer kleinen Schönheit herangewachsen und kann in Kürze in ein neues Zuhause vermittelt werden.

Nun, dreimal dürfen Sie raten, wieso sie den Namen „Floh“ bekommen hat...

 

 



Ein Herr rief im Tierheim an und bat um Hilfe,

 

da durch das offenstehende Fenster ein weißer Papagei in sein Wohnzimmer eingedrungen war und nun aufgeregt dort umher flatterte. Bewaffnet mit einem Käscher und dicken Handschuhen – Papageien können ganz schön beißen – fuhr eine Mitarbeiterin los, um den geflügelten Eindringling zu holen.

 

 

Als sie zurück kam, den Vogel sicher in einer Box einsperrt, konnten wir alle ein Schmunzeln nicht unterdrücken:

 

 

Saß doch in dem Behältnis statt des erwarteten Papageis ein kleiner weißer Wellensittich, der uns aus seinen schwarzen Knopfaugen ängstlich anblickte und total erleichtert schien, als er in die große Voliere zu Artgenossen gesetzt wurde, die den „weißen Papagei“ sofort begeistert begrüßten.


 

 

 

Einen wirklich außergewöhnlichen Findling meldete ein Herr,

der auf seinem Grundstück ein hölzernes Gartenhäuschen erbaut hat. In einem Zwischenraum zwischen dem Erdboden und den Holzdielen hatte er ein Marderbaby gefunden, das offensichtlich sehr hungrig war.

 

Da wir keine Pflegestelle fanden, alle uns bekannten Plätze waren schon besetzt, blieb nur, den Winzling zu uns zu bringen, obwohl wir eigentlich für Wildtiere absolut nicht zuständig sind, aus ethischen Gründen aber natürlich versuchen zu helfen, wenn es eben möglich ist. Inzwischen waren in der Nähe des Marderbabys noch zwei weitere Geschwisterchen aufgetaucht und ein Tierfreund hatte wenige Meter weiter ein erwachsenes Tier überfahren am Straßenrand gefunden, so dass man davon ausgehen konnte, dass es sich offensichtlich um die Mutter der kleinen Tierkinder handelte. So zog denn das Trio bei uns ein und wurde gleich notversorgt. Ein Baby hatte eine extrem niedrige Körpertemperatur und wurde daher trotz der Hitze erst mal unter Rotlicht gesetzt, alle drei bekamen tropfenweise Futter und Wasser eingeflößt und erstaunlich schnell erholten sie sich daraufhin.

 

 

Die drei kleinen Waisenkinder konnten abends glücklicherweise schon selbstständig Futter und Wasser aufnehmen. Die putzigen kleinen Kerle, deren Alter wir auf etwa 5 Wochen schätzen, gedeihen prächtig und legen täglich an Gewicht zu. Wir werden sie noch etwas „päppeln“ und dann einer Station zum Auswildern von Wildtieren übergeben, wo sie nach und nach lernen müssen, zu einem selbstständigen Leben in der ganz großen Freiheit zurück zu finden für das sie ja geboren wurden.

 


Geradezu gerührt waren wir über das Verhalten einer Gruppe von Vorschulkindern,

 

die gerne das Tierheim besichtigen wollten. Solche Führungen sind ja bei uns durchaus üblich und nicht außergewöhnlich, doch diese Kids fühlten sich so angesprochen von unseren Tieren und deren verschiedenen Schicksalen, dass sie beschlossen: Für die wollen wir was tun!

 

Nach der Tierheimbesichtigung stand der Besuch einer Eisdiele auf dem Programm, aber die Kinder verzichteten spontan auf die kalte Leckerei und legten das so gesparte Geld zusammen, um damit den Tierheimtieren zu helfen.

 

Dafür sagen wir ganz herzlich „DANKE“!

 

An einen ausgesetzten Hamster dachte eine Mitarbeiterin,

 

als sie an einem Sonntagmorgen vor Dienstbeginn einen winzig kleinen Käfig vor dem äußeren Tierheim-Tor stehen sah. Es handelte sich bei dem Findling allerdings um einen bildhübschen harlekinfarbenen Frettchenrüden, der beinahe „zusammengefaltet“ in qualvoller Enge hatte ausharren müssen, bis er entdeckt wurde.

 

Leider war das arme Kerlchen auch noch triefend nass geworden, da es in der Nacht heftig geregnet hatte und die winzige Box nicht wirklich wasserdicht war. Geradezu dankbar war der kleine Kerl, als er von unserer Mitarbeiterin befreit und versorgt wurde, und erkundete kurze Zeit später, schon wieder neugierig, sein geräumiges neues Gehege im Tierheim. Es ist uns völlig unbegreiflich, dass man nicht mal in der Lage ist, sein Tier ordnungsgemäß abzugeben, wenn man es nicht mehr behalten will, sondern diesen gemeinen Weg wählt und ein Lebewesen, das sich selbst nicht helfen kann, einfach „entsorgt“!

 

Wir wünschen demjenigen, dass er irgendwann einmal am eigenen Leib dieselbe Not erfährt, die er diesem Tier wissentlich bereitet hat!

 


Beinahe gefährlich hörte sich ein Anruf der Polizeileitstelle Siegen an,

 

der uns eines Nachmittags erreichte. Hatte doch ein Mitbürger todesmutig eine Schlange eingefangen und bat nun darum, dass der Tierschutzverein Siegen kommen und ihn von dem ungewöhnlichen Findling befreien solle.

Auf unsere Anfrage bei dem Finder, ob es sich um ein exotisches und möglicherweise entwichenes Tier handle oder ob es wohl eher eine einheimische Schlange sei, antwortete der brave Mann, er habe keine Ahnung, auf jeden Fall habe das Tier in seiner Einfahrt gelegen und sich gesonnt und da gehöre es nun mal nicht hin. Todesmutig hatte er mit Hilfe von Kehrblech und Handfeger die Schlange in einen Eimer befördert und dessen Öffnung fest zugeklebt.

 

Wir baten den Herrn um detaillierte Angaben, was Farbe und Größe des Findlings betraf und erhielten die aussagekräftige Antwort, das alles könne er nicht sagen, er wisse nur eins, das Tier sei lang und dünn. Wie lang etwa war nicht festzustellen, da die Schlange ja zusammengerollt in besagten Eimer lag. Während des Telefonats musste der gute Mann allerdings mehrmals nach draußen laufen, um sich zu vergewissern, dass sich die Schlange immer noch in ihrem Gefängnis befand und nicht am Ende ausgebüxt war und bei dieser Gelegenheit konnte er uns dann schließlich auch die Farbe des Tieres nennen: grau-braun.

 

Eigentlich war da schon völlig klar, dass es sich ganz offensichtlich um ein einheimisches, harmloses Exemplar handelte, dennoch fuhr ein Mitarbeiter vorbei und konnte eine völlig verschüchterte Grasnatter wieder in die Freiheit entlassen.

 

Hurra, sie haben es beide geschafft!

 

Die Rede ist von „Jimmy“ und „Tyson“, unsere beiden netten American Staffordshire-Rüden, die zwar nach wie vor bei uns im Tierheim leben, ihre Freundlichkeit und Ungefährlichkeit nun aber bei offizieller Stelle unter Beweis stellten, indem sie beide mit Bravour den Test auf Maulkorbbefreiung bestanden. Ganz legitim dürfen unsere „Jungs“ nun ihren Spaziergang mit ehrenamtlichen Helfern ohne das störende Ding im Gesicht genießen und können jetzt, wie alle anderen Hunde auch, unterwegs nach Herzenslust gähnen, hecheln oder Wasser trinken.

 

Es ist schon schlimm für einen Vierbeiner, im „falschen Fell“ auf die Welt gekommen zu sein und echt erschreckend, was so ein armes „Viecherl“ alles über sich ergehen lassen muß, damit es halbwegs wie ein „normaler Hund“ leben darf.


Dienstags bleibt unser Tierheim geschlossen,

 

aber für Notfälle oder bei Findlingen sind wir trotzdem immer einsatzbereit. So erreichte uns an einem Dienstagmorgen auch der Anruf einer jungen Frau, die uns meldete, ihr sei ein großer schwarzer Hund zugelaufen, da sie aber ein kleines Kind habe, könne sie das Tier leider nicht behalten. Nun, für Findlinge sind wir natürlich zuständig, aber bei näherem Nachfragen stutzte ich doch, weil einige Punkte an der Geschichte mir etwas seltsam vorkamen. Mit lang nachschleifender Leine sei der Hund aus dem Wald gekommen, das mochte ja noch stimmen, vielleicht war er irgendwo angebunden gewesen und hatte sich losgerissen. Aber dass jemand mit einem knapp 2-jährigen Kind einen völlig fremden Hund von Schäferhundgröße erst mal aufnimmt, zwei Tage behält und sich erst dann im Tierheim meldet, weil er angeblich vorher unsere Telefonnummer nicht fand, wie es hier der Fall gewesen sein sollte, schien mir schon ziemlich suspekt.

 

So wies ich die junge Frau gleich am Telefon darauf hin, dass sie einen Findlingsvertrag unterschreiben müsste und mit ihrer Unterschrift versichere, dass ihre Angaben der Wahrheit entsprächen. Wenn es sich also hier am Ende um den eigenen Hund handle, solle sie es lieber offen sagen, da wir natürlich Nachforschungen anstellen würden. Sie blieb jedoch bei ihrer Version der Geschichte und bot auch an, das Tier umgehend zu bringen. Kurz darauf stand sie mit dem Kind und einer weiteren Dame, die sie zu uns gefahren hatte, vorm Tor. Im Schlepptau einen wunderschönen Schäferhund-Collie-Mixrüden. Als wir uns das Tier näher anschauten, tat ich – gedanklich - Abbitte bei der jungen Frau für meinen Verdacht, denn der Hund war gechipt und hatte mehrere Erkennungsmarken am Halsband befestigt, sowohl die von TASSO als auch die vom Deutschen Tierschutzbund. So dumm würde ja wohl niemand sein, seinen eigenen Hund angeblich als Findling abzugeben, da man ja mit Hilfe der Kennummer sofort den Besitzer ausfindig machen kann!

 

Sie brachte den Rüden noch in die vorbereitete Box und erklärte, er liebe Käse über alles und so habe sie ihn „Cheester“ getauft und er höre sogar schon auf den Namen. Bevor die junge Frau wieder ins Auto stieg, erklärte ich noch im Beisein der Fahrerin, ich fände es wirklich beachtlich, dass sie diesen großen umherstreunenden Hund festgehalten und sich um ihn gekümmert habe, viele andere Menschen hätten da sicher erst mal einen Heidenrespekt. Nun, dazu sei man doch verpflichtet, wenn man Tiere liebe, erwiderte sie und die Fahrerein pflichtete ihr bei und erklärte auch, sie sei sehr tierlieb und habe schon vor einigen Jahren ihre Kleintiere bei uns in Pflege gegeben. Das Auto mit den beiden Frauen war kaum außer Sichtweite, da wussten wir bereits, dass wir wieder einmal belogen worden waren. Durch das TASSO-Haustierzentralregister waren wir sofort an die Telefonnummer des Hundebesitzers gekommen, der uns erklärte, dass er seinen Hund „Cheester“ vor 4 Monaten an eben diese junge Frau verschenkt habe, da er als Hartz-4-Empfänger nicht mehr in der Lage gewesen sei, weiterhin für den Rüden zu sorgen. Bei der unmittelbaren telefonischen Nachfrage bei der jungen Frau wurde diese erst ausgesprochen pampig und erklärte, das sei ja wohl unsere Pflicht als Tierheim, ihren Hund aufzunehmen, zog es aber dann doch vor, lieber kleine „Brötchen“ zu backen und erklärte sich bereit, am nächsten Tag nochmals zu kommen, um die notwendigen Formalitäten zu erledigen. Sie erschien auch in der Tat – ein bisschen schlug ihr wohl doch das Gewissen – und gab an, die Dame, die sie hergefahren habe, sei die ihr zugeteilte Betreuerin und die habe ihr zu diesem Schritt geraten, um die Kosten für eine Abgabegebühr zu sparen.

 

Voller Empörung rief ich bei der entsprechenden Behörde an, weil ich nicht fassen konnte, wie die Betreuerin bei diesem Gespräch hatte dabei stehen und es einfach tolerieren können, welche Lügen uns da aufgetischt wurden. Und ich war auch nicht wirklich besänftigt durch die Aussage der Dame, dass sie Schweigepflicht habe und daher nichts zu den Lügen der jungen Frau habe sagen dürfen. Ob das wirklich so ist, kann ich nicht beurteilen, aber ein bitterer Nachgeschmack bleibt. Und wieder entsteht bei uns das Gefühl, dass viele Menschen glauben, mit den deppischen Tierschützern kann man ja getrost so umgehen.

 

Wie schafft man Platz für neue Möbel?

 

Ganz einfach – man entsorgt seine Kaninchen auf dem Parkplatz eines Möbelhauses und hat dann daheim eine Ecke frei, um einen Schrank aufzustellen. So geschehen an einem Samstag im Juli. Als eine Dame ihr Auto abstellen wollte, sah sie mehrere Plastikboxen in der prallen Sonne stehen, ging näher und sah, dass mehrere Kaninchen darin saßen. Nachdem sie sich an der Information des Möbelhauses nach einem eventuellen Besitzer erkundigt hatte – natürlich erfolglos – lud sie die Boxen ins Auto und brachte sie zum nahe gelegenen Tierheim, wo man sich umgehend der ausgesetzten Findelkinder annahm.

 

Es handelte sich um 6 bildhübsche Kaninchen, alles Böckchen, 4 davon gar schon kastriert. Da am Tag zuvor schon ein Mal 9 und ein Mal 7 Kaninchen abgegeben worden waren, konnten wir mit diesen weiteren 6 Langohren in zwei Tagen einen Zuwachs von insgesamt 22 Kaninchen verbuchen, zusätzlich zu den schon vorhandenen. Manchmal möchte man ein Tierheim wirklich noch größer machen, als es schon ist.

 


Höchst interessiert an allem,

 

was bei uns im Tierheim so kreucht und fleucht, zeigten sich einige junge Leute, die vom Jugenddorf  Olpe kamen und eine Schülerzeitung gestalten. In 3 Folgen berichteten sie, in sehr lebendiger Form, in „4-Teen-Days“ über alles, was sie bei uns gesehen und erlebt hatten und machten mit anschaulichen Bildern und pfiffigen Texten klar, was das Anliegen des Tierschutzvereins ist und wie wir versuchen, den Tieren mit artgemäßer Haltung den Aufenthalt bei uns so erträglich wie möglich zu gestalten.

 

Auf Grund der Bereichte kamen Spenden in Höhe von insgesamt 151,00 € zustande, die die jungen Leute stolz überreichten. Für dies tolle Engagement sagen wir herzlich DANKE!

 

                                  



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