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Kurznachrichten August 2006




In ziemliche Aufregung versetzte uns ein Anruf der Polizeidienststelle Kreuztal.

 

Anwohner in Hilchenbach entdeckten in ihrem Garten eine über 1 Meter lange Schlange, die ganz offensichtlich nicht zu den heimischen Exemplaren zählte. Die Leute machten mit Hilfe ihres Handys ein Foto und schickten es an ein Zoogeschäft, dessen Inhaber das Tier als Tigerpython identifizierten. Da niemand so Recht wusste, was zu tun war, rief man im Tierheim Siegen an und bat um Hilfe. Es gehört ja nicht gerade zu unserem Tagesgeschäft, exotische Schlangen einzusammeln, und so fuhren zwei Mitarbeiter, bewaffnet mit Käscher, weiteren Ausrüstungsgegenständen sowie leicht zitternden Knien los, um den ungewöhnlichen Findling einzufangen. Die Schlange erwies sich als nicht sehr kooperativ, zeigte sich sehr gereizt und glitt ziemlich aggressiv auf unsere Mitarbeiter zu, war aber dann so freundlich, sich dabei direkt in den bereit gehaltenen Käscher einzuschlängeln. Nachdem sie in einer Box sicher verstaut war, traten die Helfer mit dem Tier den Rückweg an und quartierte sie im Tierheim erst Mal in einen warmen Raum ein, der schon Mal als Unterkunft für einen Steppenwaran gedient hatte und entsprechend eingerichtet war.

 

Am nächsten Tag wurde unser exotischer Gast an einen sehr kompetenten Tierarzt übergeben, der sich mit Haltung von Würgeschlangen bestens auskennt und das Tier, welches deutliche Folgen von Unterernährung zeigt, nun zuerst einmal pflegen wird, bis es wirklich wieder fit ist. Danach wird man weiter überlegen müssen, wo „Sarina“, wie wir die Python tauften, dann endgültig leben wird.

 

 

 

 


Der August war der Monat der Katzenkinder.

 

Beinahe täglich wurden welche bei uns abgegeben und bereitet uns wirkliche Kopfschmerzen, weil wir nicht mehr wussten, wo und wie wir sie unterbringen sollten. Alle kamen natürlich ungeimpft, und das macht die Situation so schwierig. Ein ungeimpftes kleines Kätzchen wird im Katzenhaus mit Sicherheit krank, da ja jeder der Findlinge oder Neuankömmlinge Viren und Bakterien mitbringt. So versuchten wir die Kleinen, wenn eben möglich, in privaten Pflegestellen unterzubringen und sie ins Tierheim zu holen, wenn der Impfschutz steht oder sie direkt von dort zu vermitteln. Als an einem Freitag Nachmittag eine Dame mit einem braunen Karton an der Information stand, in dem sich eine Katzenmama mit 7 winzigen Babies befand, die nach alle die Augen geschlossen hatten, mussten wir im ersten Moment erst mal schlucken: Wohin jetzt so schnell mit denen? Dann tauchte ein rettender Engel in Gestalt einer ehrenamtlichen Helferin auf, die sich bereit erklärte, einen ihrer Privaträume zu opfern und die Familie dort unterzubringen. Als sie die Kleinen daheim auspackte, sah sie unzählige Flöhe auf den winzigen Körperchen hüpfen. Nach Rücksprache mit dem Tierarzt setzte sie sehr vorsichtig und dosiert ein Puder ein, woraufhin die Blutsauger nur so von den Babies herabrieselten.

 

Bei 80 Tieren hörte sie dann auf zu zählen. Mittlerweile sind über 50 Babies in Pflegestellen untergebracht und 15 weitere, die auf einen Platz warten, stehen noch auf der Liste. Nun hoffen wir auf viele liebe Katzenfreunde, die unseren Samtpfoten ein schönes Zuhause schenken, damit wenigstens wieder Platz wird für die zu erwartenden Herbstkätzchen. Und einen dringenden Appell möchten wir richten an alle Katzenbesitzer; Bitte, bitte lassen Sie Ihre Katze kastrieren und sie nicht – weil kleine Kätzchen doch soooo süß sind, nur ein einziges Mal werfen – es gibt leider viel viel mehr Katzen als Stellen für Katzen

 


Eine Dame schlenderte morgens über den Flohmarkt in Weidenau, als ihr ein etwa 6-jähriges Mädchen auffiel, das einem Schuhkarton mit Luftlöchern darin unter dem Arm trug.

 

Als die Dame stehen blieb, sprach das Kind sie an und öffnete den Deckel der Schachtel, in der sich ein bildhübsches, grau-weißes Katerchen befand, das allerdings einem völlig apathischen Eindruck machte. Auf Befragen erklärte das Mädchen, ihre Eltern hätten es beauftragt, das Kätzchen – das ihnen geschenkt worden war – auf dem Flohmarkt zu verkaufen, da der Vater das Tier nicht im Haus haben wolle.

Die Dame nahm den Karton an sich und wandte sich hilfesuchend an die nächste Polizeidienststelle, von der sie wiederum an uns verwiesen wurde. Der zauberhafte kleine Kerl konnte glücklicherweise nach einem Tierarzt-Check ganz bald in ein neues Zuhause umziehen, wo er bestimmt seine Odyssee ganz bald vergessen wird.

 


Zum „rettenden Engel“ für einen Vierbeiner wurde ein ausländischer Mitbürger.

 

Er sah einen mittelgroßen, braunschwarzen Hund auf der Autobahn laufen, hielt an, fing das Tier ein und rief dann die Polizei. Die Beamten notierten den Namen des tierlieben Autofahrers und brauchten anschließend die Hündin zu uns ins Tierheim. Kurze Zeit später hatten wir die völlig aufgelöste Besitzerin am Telefon, die von Bekannten erfahren hatte, dass ihr Hund, der bei einem Spaziergang ausgebüchst war, in Richtung Autobahn laufend gesehen worden sei. Wir konnten sie beruhigen und mussten ihr immer wieder versichern, dass das Tier heil und unverletzt war. Kurze Zeit darauf stand sie vorm Tierheimtor, die Freudentränen flossen und immer wieder umarmte sie ihre „Marla“, die sie schon überfahren geglaubt hatte. Gar zu gerne hätten sie sich bei dem mutigen „Retter“ ihres Hundes bedankt, aber von dem hatte die Polizei lediglich den Namen, nicht aber die Adresse aufgeschrieben. Aber vielleicht liest er ja rein zufällig unsere Kurznachrichten und erfährt auf diesem Weg, dass die Hundehalterin ihm zutiefst dankbar für seinen – nicht ungefährlichen – Einsatz ist.

 


Im Tierheim erreichte uns die Meldung, ein kleiner Hund werde an einer Kette gehalten.

 

Wir fuhren hin und trauten unseren Augen nicht. Mit einer Eisenkette an einer Hütte angebunden musste die kleine rehbraune Pinscherhündin dahin vegetieren, obwohl ihre Besitzer ein großes, gepflegtes Wohnhaus ihr Eigen nannten.

 

Mit ihrem Protest-Bellen hatte „Nicki“ glücklicherweise die Nachbarschaft auf sich aufmerksam gemacht und wurde dann auch ohne großes Zögern an unsere Mitarbeiter übereignet. So ist „Nicki“ nun bei uns: ein kleines 2-jähriges Hundemädchen, das es verdient hat, nun endlich die schönen Seiten eines Hundelebens kennen zu lernen.

 

                                  



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