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Kurznachrichten November 2006





„Ziemlich genervt“

 

fühlte sich die Mitarbeiterin eines Zoofachgeschäftes im ersten Moment, als sie abends nach Geschäftsschluss die Einkaufswagen zusammen schob und darin einen großen, braunen Pappkarton fand. Hatte da doch offensichtlich ein Kunde wieder mal einfach seinen Müll entsorgt. Beim näheren Hinsehen bemerkte sie jedoch eine Bewegung im Inneren des Kartons und entdeckte ein ziemlich verängstigtes Frettchen, das versuchte, sich in der hintersten Ecke des Kartons zu verstecken.

 

Die schnell herbeigerufene Mitarbeiterin des TSV Siegen nahm kurz darauf die kleine Albino-Dame in Empfang und versorgte das Tier anschließend im Tierheim. Am nächsten Tag schon wurde „Fiona“ dem Tierarzt vorgestellt, da sich auf ihrer linken Körperseite ein deutlich tastbarer großer Knoten befand. Doch auch der Tierarzt konnte vom ersten Eindruck her keine sichere Diagnose stellen und setzte einen OP-Termin an, wo geklärt werden sollte, ob dem hübschen weißen Frettchen zu helfen sei.

 

Leider gab es eine niederschmetternde Diagnose: „Fiona“ hatte einen faustgroßen Tumor in ihrem Körper, der schon die Nieren überwuchert hatte. So musste die Tierärztin leider die Entscheidung treffen, das Frettchen nicht mehr aus der Narkose aufwachen zu lassen. Etwa 4 – 5 Monate früher wäre dem Tier noch zu helfen gewesen.



 

 

Der Anruf einer Anwohnerin aus der Brombergerstraße

 

erreichte uns an einem Freitagnachmittag. Sie berichtete, ein Mitmieter, der eine Katze in seiner Wohnung hält, sei schon seit einer Woche nicht mehr im Hause gewesen. Wie laut das verlassene Tier schrie, konnte ich deutlich am Telefon mithören. Freitagnachmittag – eine wirklich schlechte Zeit, um da zu helfen! Kein Vermieter, kein Hausverwalter und kein Hausmeister war mehr erreichbar und es musste daher die Anweisung einer Behörde geben, damit die Wohnungstür geöffnet werden konnte.

 

Bis abends 21.30 Uhr telefonierten wir hin und her, und glücklicherweise gab es im Kreisveterinäramt noch einen Ansprechpartner, so dass zumindest für den nächsten Tag eine Aktion vor Ort angedacht werden konnte, um das Tier zu retten. Mit Hilfe des Kreisveterinärs, der Polizei und dem Schlüsseldienst wurde dann am Samstagvormittag endlich das Türschloss geöffnet und damit ein laut jammernder, etwa 6 Monate alter grau getigerte Kater aus seinem Gefängnis erlöst. Die Wohnung sah aus wie ein Schlachtfeld und es gab weder Futter noch Wasser für das Tier, das stark abgemagert war. Zum Glück für Katerchen stand der Deckel der Toilette offen, so dass er dadurch trinken konnte und sonst hätte er nicht überlebt.

 

Wir nahmen den völlig ausgehungerten kleinen Kerl sofort mit ins Tierheim, wo er sich mit Riesenappetit auf das angebotene Futter stürzte und ebenso gierig eine Wasserschüssel leerte. Nun ist er Gott sei Dank in Sicherheit, legt auch an Gewicht zu und sucht jetzt ein Zuhause bei lieben Katzenfreunden, die ihm helfen, sein schlimmes Erlebnis zu vergessen und ein artgemäßes Katzenleben zu führen.

 

 

Immer wieder erreichten uns Anrufe

 

wegen schlechter Haltung von zwei alten Pferden in der Dreisbach in Eiserfeld. Mehrere Male waren ehrenamtliche Außendienstmitarbeiter vor Ort und redeten mit dem einen der beiden Besitzer, jedes Mal wurden Versprechungen gemacht, aber nicht eingehalten, so dass zum Schluss das Kreisveterinäramt involviert werden musste, das zwar Auflagen machte, letztendlich aber auch nichts erreichte. Erst durch die tatkräftige Hilfe mehrerer Tierfreunde gelang es schließlich, die alten Pferde auf einem Gnadenhof unterzubringen. So weit, so gut. „Kleines“ Nebenproblem: Es lebten dort beim Stall nicht weniger als neun Katzen, alle unkastriert. Zwar wurden die kleinen Stubentiger teils durch die Pferdebesitzer, teils durch Anwohner mit Futter versorgt, aber in die Hand versprochene Kastrationen wurden nicht durchgeführt, obwohl wir aus Tierschutzgründen eine Kostenübernahme der weiblichen Tiere zugesagt hatten.

 

Als nun die Pferde anderweitig untergebracht waren, interessierten den netten Besitzer die Katzen in keinster Weise mehr, so dass es nun gilt, die teils scheuen, teils zahmen Tiere einzufangen und im Tierheim aufzunehmen. Mit Hilfe von freundlichen Tierschützern konnten bereits einige Samtpfoten bei uns einziehen und die Helfer versuchen, mit Fallen auch der verbleibenden Tiere habhaft zu werden.

 

Die weitere Fütterung teilen sich momentan verschiedene Katzenfreunde. Das Schicksal der Tiere wäre äußerst ungewiss gewesen, hätte man es dem Besitzer überlassen, sich weiter zu kümmern und es war vorprogrammiert, wie schnell die Katzen sich vermehrt hätten. Durch das eingreifen von Tierschützern konnte hier glücklicherweise größeres Elend verhindert werden.

 


Es hat sich scheinbar herumgesprochen,

 

dass wir uns bemühen, auch den Sumpfschildkröten bei uns im Tierheim ein artgerechtes Dasein zu ermöglichen. Von überall her werden die teils gefundenen, teils „übrigen“ eigenen Panzerträger zu uns gebracht, so dass wir auf tierärztlichen Ratz hin gezwungen waren, Aufnahmestopp bei Abgabetieren zu machen. Aber Findlinge, für die wir ja zuständig sind, kamen natürlich dennoch weiter zu uns, so dass irgendwann die Aufnahmekapazität restlos erschöpft war.

 

Es blieb nichts weiter übrig, als ein weiteres Becken als Winterquartier anzudenken. Aber – wie fast alles im Leben – ist auch ein Überwinterungsbecken nicht umsonst zu haben, sondern kostet richtig viel Geld und das ist bei uns immer äußerst knapp. Daher sind wir sehr froh, dass wir melden können: Durch die Hilfe von einigen engagierten Tierfreunden konnten wir uns nun ein zweites großes Becken leisten, so dass alle unsere Sumpfschildkröten auch in den kalten Monaten optimal untergebracht sein werden. Herzlichen Dank an alle, die dazu ihr Scherflein beigetragen haben!


 

 

Zum 4. Mal für dieses Jahr

 

durften wir bei der Sendung „Tiere suchen ein Zuhause“ teilnehmen. Da die Aufzeichnung erst am 10.12. ausgestrahlt wird, sollten wir Tiere mitbringen, die schon länger bei uns sind und schlechte Vermittlungschancen haben, denn es ist für anrufende Fernsehzuschauer immer schwer nachzuvollziehen, wenn wir die Auskunft geben müssen: Leider bereits vermittelt! So fuhren wir wie üblich im Konvoi nach Köln und freuten uns über sonniges und trockenes Wetter, weil es dann viel einfacher ist, den Tieren vor der Sendung nach der Fahrt noch etwas Auslauf zu gönnen. Als erstes wurden im Block die 5 Hunde vorgestellt. Der Regisseur stellte sich vor, dass die Moderatorin, Frau Ludwig, auf einen Strohballen sitzend und ich mit „Jigga“, dem größten unserer Hunde, aus der Kulisse treten sollte.

 

Eine sehr schöne Theorie – die Wirklichkeit sah leider anders aus. Der Auftritt verzögerte sich etwas, da noch eine Stellprobe stattfand, und mein „Jigga“ wurde langsam unruhig, gab es doch unendlich viel aufregende Düfte einzuatmen. So schleppte er mich mit Volldampf vor die Kamera, als er den Zeitpunkt für passend erachtete, und wenn ein 65 kg-Hund mit seinem Vierradantrieb Gas gibt, muß man sich schon Eisenkugeln an die Füße binden, wenn man standfest bleiben will. Am Strohballen musste „Jigga“ unbedingt seine Duftmarke hinterlassen, bevor der nächste hündische Gast an der Reihe war. Aber alle 4 weiteren Hunde – ich hatte diesmal nur Rüden dabei – meinten, dass „Jiggas“ Duftmarke eine Aufforderung an sie sei, ebenfalls zu pieseln, von wegen der Konkurrenz und so. Daher war ich ein bisschen erleichtert, als ich mich nach einem kleinen Einspielfilm über Frettchen der Abteilung Kleintiere zuwenden konnte, die benehmen sich wenigstens nicht so rüpelhaft wie Hundejungen.

 

Zahm und freundlich präsentierte sich unsere Degu-Gruppe, die Mohrenkopfpapageien „Jakob“ + „Adele“, das Liebenspaar schlechthin bei uns im Tierhein, zeigte sich von ihrer besten Seite und auch unser zauberhaftes dreibeiniges Kätzchen „Mausi“ blinzelte völlig stressfrei in die Kamera.

 

Der Heimweg verlief glücklicherweise ohne Stopp und Stau und nun heißt es Daumen drücken für den 10.12.2006, damit es hinterher für alle tierischen Stargäste heißt: 10 Tiere fanden ein Zuhause!

 

 

                 



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