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Kurznachrichten Januar 2007




Engel & Olga


Olga im Glück

Olga – Ein Traum wird wahr!

 

2 Jahre schon war sie bei uns und offensichtlich einfach unglücklich. Abends, wenn alles ruhig war, hörte ich oft lautes Weinen aus ihrer Box und konnte ihr doch nicht helfen. Sie machte auch gar keine Anstalten mehr, sich mit den Artgenossen anzufreunden, die wir ihr als Partner gaben, denn die wurden ja doch immer wieder vermittelt – nur Olga blieb. Eigentlich hatten wir gedacht, es würden sich rasch Interessenten finden, als sie zu uns kam, denn sie war zwar schon etwas älter, für eine Schäferhündin aber sehr klein und zierlich und hätte gut zu einem mittelalten Ehepaar gepasst. Es zeigte sich aber rasch, dass Olga nicht gerade das sonnigste Gemüt hatte, denn sie suchte sich sehr genau aus, wen sie mochte und wen nicht. Nach welchen Kriterien sie da vorging, war uns unklar. Aber wenn ein Mensch bei ihr durchs Raster fiel, hatte er keine Chance Olga umzustimmen, da half auch das tollste Leckerchen nicht, das hübsche Hundegesicht bestand dann nur noch aus gefletschten Zähnen und einer gerunzelten Nase.

 

Dann bekam Olga Allergie – verschiedene Bluttests wurden gemacht, das Futter umgestellt, trotzdem hatte sie starken Fellverlust und kratzte sich fast ständig. Durch häufige Gaben von Antibiotika bzw. Cortison war nun aber das Immunsystem geschwächt, so dass zu allem Überfluss auch noch Pilz ausbrach. Arme Olga – sie sah aus wie eine Vogelscheuche in Hundegestalt. Aber es gibt Engel, die sehen aus wie Menschen und ein solcher hatte Olgas Leid gesehen und beschloss, sich ihrer zu erbarmen und sie in Pflege zu nehmen, falls sie das schon vorhandene „Rudel“ sowie die Familienmitglieder tolerierte.

 

Nach einigen Spaziergängen rund ums Tierheim „kennen lernen“ wagte unser Engel den Versuch, nahm die Hündin mit heim und wir hielten alle die Luft an: “Ich gab vorsorglich meine Handynummer an, falls es nicht klappt, sofort anrufen, ich komme und hole sie ab!“ Und dann begann das Daumendrücken. 

 

Erste Meldung: Olga liegt nur im Sessel und schläft und schläft und schläft, die anderen Familienmitglieder werden toleriert, das restliche Hunderudel „angegrummelt“, aber nicht gebissen.

 

Zweite Meldung: Olga hat Durchfall – Stress?, ist unsauber, setzt Kot und Urin in der Wohnung ab, traut sich nicht nach draußen. Muss sie zurück? Na, so schnell geben wir nicht auf, sagte der Engel.

 

Dritte Meldung: Olga sollte ihr Geschirr anziehen, hat dabei recht heftig in die Hand geschnappt und frisst fast nicht, aaaaaber – wir wagen nicht zu atmen – wir versuchen es nicht weiter!

 

Dann winzige erste „Erfolgsmeldungen“. Sie hat sich das Geschirr umlegen lassen und ist mit in den Garten gekommen! Spät abends, im dunklen Schlafzimmer, hört unser Engel plötzlich das Tap-Tap-Tap von Hundepfoten – Wahnsinn! Olga ist gekommen, sie sucht die Nähe „ihrer“ neuen Menschen! Von nun an geht es jeden Tag ein bisschen aufwärts. Olga hat zum ersten Mal ihren Napf leer gefressen, sie kratzt sich kaum noch, also doch hauptsächlich psychische Ursache. Olga erledigt ihre „Geschäfte“ draußen und hat laut hinter ihrem neuen Frauchen hergeweint, als diese den Raum verließ. Und dann bekommen wir Fotos per Computer und fassen es nicht. Ist das noch die Olga, die vor knapp 2 Wochen aus dem Tierheim geholt wurde? Die Augen schauen freudig, klar und neugierig, den Pilz im Gesicht ist kaum noch zu sehen und sie ist wunderbar gebürstet und sieht nicht länger aus wie eine Vogelscheuche.

 

Noch wagen wir es nicht ganz zu glauben, dass Olga tatsächlich eine neue Heimat gefunden hat und drücken weiterhin die Daumen, aber jeden Tag schwindet unsere Furcht ein bisschen mehr, dass sie doch zurückkommt. Wie gut, dass es Menschen gibt, die sich selbst zurückstellen und ihr Haus und ihr Herz gerade den Tieren öffnen, die niemand haben will.

 

Danke, liebe Frau Wanka, dafür gibt es auch einen besonders leckeren Käsekuchen, das ist das Mindeste! Ach, und lieber Herr Wanka, vielen Dank, dass Sie ihre Frau so toll unterstützen. Wir schlagen Sie Beide für die Franz-von-Assisi-Medallie vor!!!

 

 


Kaninchen

 

 

Glücklicherweise gefunden!

 

Drei junge Männer, die in der Nähe der HTS bei einer Autowaschanlage arbeiteten, brachten uns in einer Kiste ein hübsches, braunes Kaninchen. Sie hatten das Tier im Gebüsch herumhoppeln sehen, wahrscheinlich auf der Suche nach Nahrung und da es glücklicherweise handzahm war, hatten das Löwenkopfmädchen „Tilli“ und fuhren unmittelbar darauf mit ihr zum Tierarzt, da wir in Schwanznähe eine große offene Wunde entdeckten und das Tier außerdem sehr mager war. Der Tierarzt stellte eine schwere Vereiterung im Kiefer fest - der Eiter ließ sich in Mengen herausdrücken wie Zahnpasta aus der Tube – und versorgte die Wunde am Schwanz. Danach wurden die Zähne gekürzt, da Tilli eine Zahnfehlstellung hat und daher nicht mehr richtig fressen konnte. Nun bekommt das Kaninchen erst einmal Medikamente und wir hoffen, dass es bald wieder gesund sein wird und in ein besseres Zuhause vermittelt werden kann, als es das war, aus dem es kommt.

 

 

 

 

Suizidgefährdeter Hund?

 

Ziemlich ungewöhnlich klang der Anruf eines Polizeibeamten an einem Samstagabend, den unser Mädel vom Bereitschaftsdienst erhielt: „Kommen Sie schnell, hier gibt es einen suizidgefährdeten Hund“ Als die Kollegin am angegebenen Fundort eintraf, waren schon Polizeifahrzeuge vor Ort und in dem zuckenden Blaulicht konnte man einen schwarz-weißen, recht großen Hund erkennen, der ständig zwischen Parkplatz und Straße hin und her trabte und dadurch außer sich selbst auch alle Autofahrer gefährdete. Einige von diesen hielten an und wollten helfen das Tier einzufangen, aber einen Hund zu kriegen, der vier gesunde Beine hat und sich nicht fangen lassen will, ist schon problematisch. Die Polizei bat zuletzt einen Tierarzt um Hilfe, der den Hund mit dem Betäubungsgewehr narkotisieren sollte, aber es ist wirklich nicht einfach, im Dunkeln einen scheuen Hund zu treffen. So verlief die Aktion leider erfolglos, und obwohl zwei Leute unseres Personals den Wald absuchten, blieb der Hund verschwunden.

 

Ziemlich niedergeschlagen fuhren die Helfer nach Hause, denn man macht sich ja doch Gedanken, was nun aus dem Tier wird. Doch der Hund hatte Glück im Unglück: Als die Helfer am nächsten Morgen nochmals das Gelände durchkämmen wollten, fanden sie das Tier völlig ermattet auf dem Parkplatz liegend und konnten es problemlos anleinen und ins Tierheim mitnehmen. Der freundliche Rüde ist ein etwa 7 – 8-jähriger Bordercollie und trug ein breites, schwarzes Stoffhalsband, auf das in weißen Buchstaben der Name „Phönix“ aufgestickt war. Aus dem Verhalten des Tieres ist deutlich zu schließen, dass es auf dem Wanderparkplatz auf der Kalteiche zurückgelassen wurde. Zwar ist der Hund gechipt, jedoch ist die Chipnummer bei keiner der entsprechenden Stelle gemeldet, so dass alle Nachforschungen bisher erfolglos blieben. „Phönix“ sucht nun liebe Tierfreunde, die ihn bei sich aufnehmen und mit ihm durch dick und dünn gehen – für ein ganzes Hundeleben lang.

 

 


Gefängnis

 

 

Entsorgt und nicht mehr gewollt!

 

Als die ersten Mitarbeiter an einem Mittwochmorgen das Tierheim erreichten, waren sie sehr erstaunt, denn es war offensichtlich schon jemand vor ihnen da gewesen. Vor dem Tor stand eine Katzentransportkiste aus der lautstarkes Miauen drang. Als man im Katzenhaus schließlich die Box öffnete, spazierten zwei hübsche schwarz-weiße Kater heraus, anscheinend beide noch sehr jung, ca. ein Jahr alt und augenscheinlichen Wurfgeschwister. Da der Transportbehälter jedoch völlig zugekotet war und auch das Fell der beiden Tiere kotverschmiert, kann man davon ausgehen, dass sie schon einige Zeit in ihrem Gefängnis saßen. Als erstes mussten die beiden Jungs ein Bad über sich ergehen lassen, was sie jedoch offensichtlich genossen – wahrscheinlich sahen sie den Grund ein – und als sie danach einen gefüllten Napf vorgesetzt bekamen begannen beide wie auf Kommando lautstark zu schnurren. Wir tauften die hübschen Brüder „Mikesch“ und „Vinzent“ und werden nach den üblichen Regularien – Impfen, Mikrochip setzen, Tätowieren und Entwurmen – sicher bald ein Zuhause für die zutraulichen Stubentiger finden.

Warum wieder einmal dieser Weg gewählt wurde, um die Tiere „loszuwerden“ ist uns ein Rätsel.

 

Aussetzen eines Tieres, ist eine strafbare Handlung und kann mit einer Geldstrafe bis zu 50.000 Euro belegt werden.

 

 

 

                               



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