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Kurznachrichten Juni 2007



Der Juni brachte uns – wie auch schon häufig in den Jahren zuvor – geradezu eine Schwemme von Katzenbabys.

 

Immer wieder bitten wir darum, die weiblichen Katzen doch kastrieren zu lassen, bevor es zu Nachwuchs kommt, aber aus Bequemlichkeit, Nachlässigkeit oder Kostengründen wird dieser so wichtige medizinische Eingriff oft „vergessen“. Dabei gibt es leider viel mehr kleine Katzen als gute Plätze dafür. Nachfolgend einige „Katzenerlebnisse“ die aus dem Rahmen des „normalen Tagesgeschäftes“ fielen.

 

Abends um 22:20 Uhr klingelt bei einer TH-Mitarbeiterin das Telefon. Ein sehr netter besorgter Herr ruft an, hat er doch soeben in seiner Mülltonne zwei kleine, pelzige Knäuel gefunden, die sich als ca. 4 Wochen alte Katzenkinder entpuppten. Unklar bleibt, wie sie in die Mülltonne gekommen sind, aber offenbar ist die Mutter eine verwilderte Katze, die voller Panik in einiger Entfernung herumläuft. Was tun? Ja, da ist guter Rat wirklich teuer! Vom Bauchgefühl her möchte man der Katzenmama ihre Kinder zurückgeben, andererseits würde sie diese sofort wegschleppen und sie würden dann zu wilden Katzen heranwachsen und weiter für unerwünschten Nachwuchs sorgen. Also bleibt in diesem Fall nur, dem Verstand zu folgen, die Katzenkinder in einer Pflegestelle zu päppeln und die Mama mit der Lebendfalle einzufangen, um sie später kastriert wieder in ihrem Revier frei zu lassen. Es tut uns  zwar sehr Leid für die Katzenmama, aber in diesem Fall ist das wirklich der größere Tierschutz.

 

 

Etwas ungehalten war unsere Mitarbeiterin schon,

 

als eine Besucherin außerhalb der Öffnungszeiten stürmisch am Tor schellte und lautstark Einlass begehrte. In der Hand hielt sie eine Katzentransportbox. Inhalt: zwei entzückende schwarz-weiße Katzenkinder, die sich eng zusammen gekuschelt, in eine Ecke drängten und uns Menschen aus großen, ängstlichen Augen ansahen. Vorsichtig holte die Mitarbeiterin die kleinen Pelzknäuel aus der Kiste und wollte wissen, was es damit auf sich habe, waren die Kätzchen doch höchstens 4-5 Wochen alt und brauchten noch dringend die Mutter.

 

Doch davon wollte die Besucherin nichts wissen. „Ich bin die Katzen leid!“ so ihre Aussage, „entweder ihr nehmt sie oder ich schmeiße sie auf die Straße!“ Im Interesse der Tiere schluckte die Kollegin die Antwort hinunter, die ihr eigentlich auf der Zunge lag und bat nun dringend darum, das Muttertier kastrieren  zu lassen, um eine ähnliche Situation in Zukunft zu vermeiden und wir können nur hoffen, dass die „nette Dame“ ihre Zusage auch einhält.

 

 


Gibt es noch eine Steigerung von grausam?

 

Einen solchen Fall erlebten wir Mitte Juni: Alarmiert durch den Anruf eines Spaziergängers fuhr ein Mitarbeiter des Tierheims los, da sich in einem Waldstück, laut Anrufer, eine ausgesetzte Katze befand. Der hilfsbereite Informant zeigte das Gebüsch, unter welchem sich das Tier verkrochen hatte und unser Mitarbeiter sah sich einer uralten, blinden, abgemagerten Katze gegenüber, die vor Schreck wie zu Stein erstarrt war. Mit Hilfe einer Decke konnte er das völlig panische Tier schließlich in den Transportbehälter setzen und mit ins Tierheim nehmen.

 

Dort stellten wir fest, dass die zahnlose Katze total unter Schock stand und erst nach 2 Tagen begann sie sich zu entspannen. Inzwischen kennt „Lara“ ihre Wohnstube ganz genau, sie weiß, wo sich Futter- und Wassernapf und ihre Katzentoilette befinden, frisst mit Begeisterung ihr Nassfutter und hat sich schon etwas erholt. Da sie ansonsten gesund und schmerzfrei ist und durchaus noch Lebensfreude und Lebenswillen zeigt, soll sie nun stressfrei, behütet und in Ruhe auch den letzten Abschnitt ihres Katzendaseins erleben dürfen.

 

 


„Bitte kommen Sie sofort!“

 

Hier hat es einen Wohnungsbrand gegeben, der Betroffene liegt schon auf der Intensivstation, aber es gibt noch einen Hund, dem es offensichtlich nicht gut geht!“ So lautete der Anruf eines Polizisten, der uns an einem Mittwoch Anfang Juni erreichte. Wir fuhren augenblicklich los und fanden einen rundlichen, braun-weiß gefleckten Cockerspaniel vor, der äußerst mühsam atmete. Da gab es nur eine einzige Entscheidung: Sofort mit dem Hund in eine Tierarztpraxis, wo man eine schwere Rauchvergiftung diagnostizierte, die unverzüglich behandelt wurde.

 

Danach konnten wir das Cockerchen, versorgt mit Medikamenten, mit ins Tierheim nehmen. Die ersten drei Tage machte uns der kleine Kerl richtig Sorgen, er hustete ständig und wollte nicht fressen, aber dann war die Krise überwunden und es ging steil aufwärts. „Schnubbel“- durch ein Telefonat mit dem Besitzer hatten wir inzwischen seinen Namen erfahren – wollte nun wohl alles versäumte nachholen, wenn es um Futter ging und wir mussten seiner ohnehin rundlichen Figur zuliebe ordentlich bremsen. Die nette Hündin, die wir ihm inzwischen zugesellt hatten, tat ein übrigens dazu, bei ihm wieder alle Lebensgeister zu wecken und als eine Bekannte des Besitzers ihn nach 2 Wochen abholen wollte, zeigte er anfangs wenig Neigung mitzugehen, seine kleine Stubengenossin war ihm scheinbar wichtiger - am Ende ließ er sich aber doch überreden und uns wurde berichtet, dass Hund und Herrchen später bei der Wiedervereinigung überglücklich waren.


1, 5 kg Hund aussetzen – können Menschen so etwas tun?

 

Sie können, der alte, kleine Chihuahua, den wir „Stevie“ tauften, ist der lebende Beweis! Der blonde Zwerg kam als Findling zu uns ins Tierheim, offenbar aus Altersgründen „entsorgt“ und niemand hat jemals nach ihm gefragt. Anfangs war er in keinem guten Zustand: Er zeigte deutlich Schmerzempfindlichkeit im Rücken, hatte keinen Appetit und war nicht stubenrein. Aber nun – nach ca. 4 Wochen Aufenthalt bei uns – hat sich der Mini blendend erholt.

 

Er ist schmerzfrei, frisst mit Begeisterung – allerdings nur erlesene Häppchen, bitteschön – und ist auch stubenrein. Da er mit Artgenossen total verträglich ist, hoffen wir für unser 11-12 jähriges Schätzchen auf einen guten Platz in einem ruhigen Zuhause, wo es eine bequeme Couch und vielleicht auch einen netten Kumpel für ihn gibt und wo jemand Lust und Zeit hat, 1500 Gramm Hund nach Strich und Faden zu verwöhnen.

 


Vom Star der Sendung „Tiere suchen ein Zuhause“ vom 06.05.07 zum „Pechvogel des Jahres 2007“ avancierte unser wunderschöner Alexandersittich „Alex“.

 

Aufgrund seines herrlichen blau schimmernden Gefieders konnte er nach Ausstrahlung der Sendung viele Anrufe auf sich vereinen, aber für ihn suchten wir Vogelfreunde, die eine Halsband-Sittich-Henne besaßen, denn Alex – so glaubten wir – wäre sicher mit einer Gefährtin glücklicher. Wir fanden auch genau das passende Zuhause und freuten uns sehr über die gelungene Vermittlung, bis uns ein Anruf aus all unseren schönen Träumen riss. Trotz großer Geduld in der Eingewöhnungsphase und vielen Versuchen, die beiden Vögel zu vergesellschaften, wurde „Alex“ von der Henne nicht akzeptiert und musste wieder zu uns zurück.

 

Leider wohnen die Vogelfreunde recht weit entfernt und sahen keine Möglichkeit, „Alex“ zu bringen – bei der Abholung war das kein Problem gewesen -  so dass die Leiterin der Abteilung für Kleintiere sich an einem dienstfreien Sonntag ins Auto setzte und nach Aachen fuhr, um ihren Schützling zu holen. Nun sitzt er wieder in seiner vertrauten Voliere, zusammen mit mehreren Nymphensittichen und lässt sich auf Grund seines herrlichen Federkleides von den Besuchern bewundern. Ob er wohl noch manchmal an die Artgenossin denkt, die so gar nichts von ihm wissen wollte?

 

 


Ein bisschen verwirrt waren wir anfangs schon, als zwei Damen im Tierheim vor der Theke standen, um einen Igel abzugeben.

 

Einen erwachsenen Igel – jetzt im Sommer? Doch als wir den stacheligen Gast näher betrachteten, stellten wir fest, dass das Tier sich in einem sehr schlechten Zustand befand. Eine Gesichtshälfte und ein Hinterbein waren stark entzündet und es ging ein sehr unangenehmer Geruch nach Eiter und Verwesung von dem stacheligen Findling aus. Eine Mitarbeiterin fuhr sofort in die Tierarztpraxis, wo die eitrigen Wunden gespült und behandelt und das Igelchen mit Medikamenten versorgt wurde.

 

Inzwischen ist es auf dem Weg der Besserung, futtert mit bestem Appetit sein Schälchen leer und wandert interessiert in seinem Krankengehege umher. Zwar humpelt es noch ziemlich, aber selbst wenn eine leichte Behinderung des Beinchens zurück bleiben sollte, so kann man den kleinen Stachelträger doch später guten Gewissens in die ganz große Freiheit entlassen, er wird sich zurecht finden und sich seines – geretteten – Lebens freuen.

 


Nicht selten passiert es, dass verletzte Tauben bei uns abgegeben werden.

 

Meist handelt es sich hierbei um Brieftauben und selbst wenn es gelingt, über die Ringnummer am Bein den Besitzer ausfindig zu machen, so hat dieser in der Regel kein Interesse mehr an dem Tier und legt kaum Wert auf eine Rücknahme.

 

Anders ein Taubenbesitzer aus Dortmund. Als er hörte, dass sich eine seiner Tauben mit verletztem Flügel bei uns befinde, kam er eigens aus Dortmund angereist, um seinen gefiederten Freund nach Hause zu holen und hinterließ gar eine Spende für das Tierheim. Dieses Verhalten ist eine ganz große, rühmliche Ausnahme und verdient es daher, hier lobend erwähnt zu werden.

 


Strahlende Gesichter gab es Ende Juni in der Abteilung für Kleintiere.

 

„Nippy“ „Babsi“ und „Nora“ sind drei Kaninchen, die im Mai 2005 wegen Umzug bei uns im Tierheim abgegeben wurden. Dass das Trio chronischen Schnupfen hatte und außerdem beieinander bleiben sollte, machte eine Vermittlung äußerst schwierig. Nun aber gelang der Große Wurf: Eine sehr nette Dame erbarmte sich der „drei Muskeltiere“, wie wir unsere Langohren scherzhaft nannten und bot ein wunderschönes Zuhause mit Freilandhaltung in einem stillgelegten Gewächshaus an.

 

Für unsere Tierheiminsassen spendete die Tierfreundin ganz viel Gemüse, Salate etc. aus ihrer Biogärtnerei und so können wir melden: Happyend für Nippy, Babsi und Nora, nach über 2 Jahren Tierheim-Aufenthalt, und wir lernen daraus: Man darf die Hoffnung halt niemals aufgeben.

                               

 

 

 

 



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