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Update zu Hund Bruno




Nach fast 4 Wochen haben wir die Besitzer von Hund „Bruno“ (siehe Vormonat) ausfindig gemacht. Die Besitzer waren sich überhaupt keiner Schuld bewusst. Sie hätten doch alles Mögliche für diesen Hund getan und wollten ihn auch wieder haben. Die bisher angefallenen Behandlungskosten konnten (oder wollten) sie jedoch nicht bezahlen. Wir waren sehr unsicher, da wir „Bruno“ doch die beste Behandlung angedeihen lassen wollen, die möglich ist. Nach ein paar E-Mails sahen die Leute dies auch ein und übereigneten uns „Bruno“. Wir waren schon mit ihm in der Klinik in Frankfurt und warten nun die Ergebnisse der Knochenproben ab. Wir halten Sie natürlich auf dem Laufenden.

 

Kurz vor Weihnachten und nichts zu Essen?



An einem Samstagmorgen erhielten wir einen Anruf, dass ein völlig abgemagerter Hund bei einer Tierarztpraxis abgegeben wurde und kein Besitzer weit und breit zu ermitteln sei.

 

Wir holten das Tier dort ab und trauten unseren Augen nicht: Eine steinalte, völlig knöchrige Hündin schaute uns aus sehr traurigen Augen an. Wir nahmen die Hündin mit und quartierten sie bei uns ein. Leider war die Hündin weder gechipt noch tätowiert. Am Halsband war auch keine Telefonnummer angebracht und somit konnten wir nur abwarten, ob sich ein Besitzer meldet. Es wäre ja nicht der erste alte Hund, der einfach entsorgt wird. Nach einem Tag bekam die Hündin keinen einzigen Bissen mehr herunter, brach das Essen wieder heraus und setzte weder Kot noch Urin ab. Das machte uns stutzig. So ein Zustand versetzt uns direkt in Alarmbereitschaft. Unsere Tierärztin schaute sich die Hündin an, nahm Blutproben und röntge sie. Heraus kam, dass sie einen kindskopfgroßen Tumor im Unterleib hatte, der auf Darm und Blase drückte. Kein Wunder!

Leider war ihre körperliche Verfassung so schlecht und die Untersuchungen waren so anstrengend für die geschwächte Hündin, dass sie eingeschläfert werden musste. Da der Tumor inoperabel war, haben wir der armen Maus viele schlimme Leiden erspart. Am Montag bekamen wir von einer Frau einen Hinweis über die Besitzer des Tieres. Als wir diesen anriefen, wurde uns erklärt, dass es einen Todesfall in der Familie gegeben hätte und da wäre der Hund etwas zu kurz gekommen.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen beim Lesen geht, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Tier innerhalb kürzester Zeit so abmagern kann, weil man sich nicht so „gekümmert“ hat?! Ich kann verstehen, dass man dann keine langen Wanderungen unternimmt, aber Füttern wird doch zeitlich wohl immer möglich sein, oder? Wir klärten den „Besitzer“ über den Verbleib der Hündin auf, teilten ihm mit, dass sie über die Regenbogenbrücke gegangen sei, was ihn hörbar nicht beeindruckte. Kleine Lady, wir wünschen Dir von Herzen alles Gute und Du bist jetzt an einem besseren Ort, wo es keine Schmerzen mehr gibt.

 

In unserer Kleintierabteilung war im November auch allerhand los:






Tägliches Highlight sind natürlich die zahlreichen Kaninchen-, Meerschweinchen- und Hamsterbabies die in den letzten Monaten und in diesem das Licht der Welt erblickten und uns jeden Tag erfreuen. Eine wundervolle Erfahrung für jeden angehenden Tierpfleger, aber auch für die “alten Hasen”, dieses Wunder der Natur miterleben zu können, auch wenn die damit verbundene Überbesetzung des Kleintierdorfes viel Arbeit mit sich bringt.

 

Neben unseren alltäglichen, unglaublichen Geschichten von Menschen, die ihre Tiere in der Vor-Weihnachtszeit noch schnell im Tierheim “entsorgen” wollen, hatten wir zum Glück auch viele schöne, inspirierende Gespräche mit echten Tierliebhabern.

Einige engagierte Menschen haben sich für die kleinen Tiere eingesetzt und diese aus schlechter Haltung befreien können. Für einige kam leider jede Hilfe zu spät, wie für den kleinen Wellensittich der von einer netten Dame vom Jugendamt zu uns gebracht wurde, weil er sehr schlecht versorgt wurde und sein Leben allein in einem winzigen Käfig unter ständigem Nikotin-Qualm fristete. Er konnte sich leider nur 3 Tage an seiner neuen, großen Voliere und dem Gezwitscher seiner Artgenossen erfreuen. Armes kleines Kerlchen!

 

Andere befreite Tiere hatten da mehr Glück, wie zum Beispiel Wanja und Benjamin die zusammen in einem 60cm Käfig lebten. Die Besitzer hatten die Tiere sogar schon mal auf den Hausflur des Mehrfamilienhauses gestellt, in der Hoffnung, dass irgendwer sie mitnimmt. Seltsame Ideen haben manche Menschen, oder?!

 

Besonders schön war natürlich der Besuch des TSV Groß-Essen e.V., der mit einer 8-köpfigen Delegation extra angereist war, um sich von unserem Kleintierdorf inspirieren zu lassen. Für den geplanten Neubau der Kleintierquartiere in ihrem Tierheim wollten sie sich Ideen und Anregungen in unserem Tierheim holen. Da fühlt man sich natürlich geehrt und zeigt stolz, was man so tut, um den zahlreichen kleinen Pfleglingen den Aufenthalt im Tierheim so angenehm und vor allem so artgerecht wie möglich zu gestalten. Die artgerechte Haltung der Tiere hat nicht nur Modellcharakter im Hinblick auf die Haltung in Tierheimen, sondern vor allem den positiven Effekt, dass Interessenten Ideen und Anregungen für die Haltung Zuhause mitnehmen können.

 

Sehr schön waren auch die ersten Erfolge bei unserem Agaporniden-Projekt. Einigen einsamen Unzertrennlichen konnte geholfen werden und sie können nun wieder gemeinsam das Leben genießen.

 

Ungeheuerliche Geschichten aus der Katzenabteilung:



Eines Morgens stand eine junge Frau vorm Tor, die einen Karton unterm Arm hatte. Sie war auf dem Weg zur Bushaltestelle an einem Altkleidercontainer vorbeigelaufen und hörte Miauen aus der unscheinbaren Schachtel. Als sie hineinschaute guckten sie vier bernsteinfarbene Katzenaugen an. Sie nahm den Karton auf und brachte uns die Tiere. Wieder wurden zwei Stubentiger einfach entsorgt.

 



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